kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Vorstellung des neuen Olympia-Songs: IOC droht Prozess-Lawine

zuletzt aktualisiert: 18.04.2000 - 12:51

Sydney (sid). Auf Michael Knight und Sandy Hollway müssen die Australier verzichten, wenn am Mittwoch in Sydneys Museum of Contemporary Art der erste Sydney-2000-Song vorgestellt wird. "Carry the flame" heißt das Stück, das Titeln wie "Hand in Hand" (1988), "Amigos para siempre" (1992) oder Gloria Estefans "Reach" (1996) als Kassenschlager nachfolgen soll. Um ihren akustischen Fackellauf müssen sich der Olympia-Minister und sein Chefmanager Hollway bei der Stippvisite in Lausanne aber am wenigsten Sorgen machen.

Sehr aufreibend könnte hingegen die Auseinandersetzung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) werden, bei dem Knight und sein leitender Kollege zum Stand der Vorbereitungen in Sydney vorsprechen. Denn das IOC und das australische Organisationskomitee SOCOG dürfen sich in den nächsten Monaten auf Prozesse mit einigen Fernsehanstalten gefasst machen. Für Unmut sorgt der Plan der Olympiastrategen, allein dem amerikanischen Rechteinhaber NBC sowie lokalen TV-Anstalten Zugang zu öffentlichen Arealen außerhalb der Sportstätten zu gewähren. Konkurrierende Veranstalter, darunter der US-Sender CNN, haben IOC und SOCOG im Falle derartiger Beschränkungen bereits mit rechtlichen Schritten gedroht.

Ungemach droht weiterhin auch bei der Verteilung der Olympia-Tickets, bereits jetzt das Kainsmal der Sydney-Spiele. Nach dem Desaster mit den überteuerten First-Class-Tickets im vergangenen Herbst mussten die Organisatoren nun ihren eigenen Zeitplan für den Verkauf der verbleibenden 2,4 Millionen Karten über den Haufen werfen. Spätestens Anfang dieser Woche wollte man eigentlich damit beginnen, die fehlenden 250 Millionen Mark (kalkulierte Gesamteinnahme aus dem Ticketverkauf: 750 Millionen Mark) aufzutreiben.

Aber auch hierbei scheint das Exklusivrecht eines Sponsors für SOCOG zum Stolperstein zu werden. Die fragwürdige Geschäftsidee, einzelne olympiarelevante Teilbereiche an die beiden größten Verlagshäuser Australiens, News Limited und Fairfax, zu verkaufen, führte Ende letzter Woche zu einem Last-Minute-Deal mit Rupert Murdochs Medienimperium - und zu der Verzögerung.

Allein Murdochs News Limited, Erstverwerter in allen Ticket-Angelegenheiten, wird seine Leser in den kommenden Monaten darüber informieren, welche Karten genau an diesem Tag für welche Zeitung zu haben sind. Geschehen soll dies vor allem via "The Australian", der einzigen im ganzen Land erscheinenden Tageszeitung. Wer die gewünschte Information verpasst, das hat der stellvertretende SOCOG-Chefmanager Michael Eyers bereits deutlich gemacht, muss die passende Ausgabe des News-Limited-Produktes eben nachordern. Der Verkauf von Karten über Call Centre, Ticketbüros oder per Internet wurde derweil auf Juni verschoben.

Olympia-Minister Knight räumte in diesem Zusammenhang ein, dass noch keine detaillierten Pläne darüber vorlägen, wie der nächste Durchgang im Billetverkauf genau vonstatten gehen soll. Gelöst ist dagegen mittlerweile die Frage, wie im September die Menschenmassen durch Sydneys Innenstadt transportiert werden: Einen kostenlosen Shuttle-Bus im Fünf-Minuten-Takt richtet die Olympiastadt für die Zeit vom 13. September bis zum 3. Oktober ein - und bietet seinen Besuchern damit das, was in anderen australischen Städten längst zum Inventar gehört.

Quelle: RPO Archiv