Baseball-Eröffnungsspiel abgesagt: Irak: Noch ist der Einfluss auf den Sport gering
zuletzt aktualisiert: 19.03.2003 - 16:17Los Angeles (rpo). Noch ist der Einfluss des drohenden Irak-Krieges auf den internationalen Sport eher gering. Lediglich das Saisoneröffnungsspiel der Major League Baseball (MLB) wurde erstmals in seiner 128-jährigen Geschichte abgesagt.
Der drohende Irak-Krieg hat bisher nur wenig Einfluss auf den internationalen Sportbetrieb. Doch die Unruhe unter den Aktiven wächst. Nach dem Stand vom Mittwoch werden Großereignisse wie das Formel-1-Rennen in Malaysia oder die Eiskunstlauf-WM in Washington wie geplant stattfinden. Auch die Biathlon-WM in Chanty Mansijsk wird ungeachtet der Kriegsgefahr fortgesetzt. Dagegen wurde das für kommenden Mittwoch in Tokio geplante Saisoneröffnungsspiel der nordamerikanischen Major League Baseball (MLB) abgesagt.
"Ich hoffe immer noch, dass es nicht zum Krieg kommt. Sollte es aber Krieg geben, würden wir versuchen, die WM planmäßig durchzuführen", versicherte Alexander Filipenko, Gouverneur von Chanty Mansijsk. Ein Sprecher des Automobil-Weltverbandes (FIA) wiederholte am Mittwoch die Linie für das Rennen am Sonntag in Sepang: "Was die Formel 1 angeht, gehen wir weiter von 'business as usual' aus." Die Eiskunstlauf-WM würden "die best gesicherten Meisterschaften aller Zeiten" werden, versprach Organisationschefin Jean Davis. Ehrenvorsitzende des Organisationskomitees sind US- Präsident George W. Bush und Ehefrau Laura.
Mit Sorgen nach Washington
Ingo Steuer, ehemaliger Paarlauf-Weltmeister und Trainer des Duos Eva-Maria Fitze/Rico Rex, reist indes mit einigen Sorgen nach Washington, verzichten will er aber nicht. "Meine Sportler wollen unbedingt fahren, deshalb steht eine Absage nicht zur Diskussion", sagte er. "Natürlich habe ich ein mulmiges Gefühl, aber das muss man verdrängen." Auch in Sibirien machen sich die Biathleten ihre Gedanken. "Ich habe immer auf eine friedliche Lösung gehofft. Zur Lockerheit trägt so etwas nicht bei", meinte Olympiasiegerin Kati Wilhelm. Weltmeisterin Martina Glagow glaubt zumindest, "dass wir persönlich hier nicht gefährdet sind".
Telekom-Fahrer Erik Zabel, bis zum Mittwoch bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico aktiv, sagte: "Die politische Lage ist so brisant, nach jedem Rennen fragen wir die Betreuer im Mannschaftsbus, was es Neues gibt." Ein Fahrverzicht für den Frühjahrsklassiker Mailand-San- Remo am Samstag stehe nicht zur Debatte. Auch Formel-1-Pilot Heinz- Harald Frentzen belastet der Irak-Konflikt: "Es wird die ganze Zeit mit einem sein." Sein Sauber-Kollege Nick Heidfeld sagte der malaysischen Tageszeitung "Star": "In Malaysia fühle ich mich sicher. Aber es macht mir Sorgen, dass der Krieg bald losgehen könnte. Ich will das nicht, weil so viele Menschenleben gefährdet sind."
"Ein bisschen unwohl"
Ebenfalls nach Malaysia reist die deutsche Hockey- Nationalmannschaft, wo sie an einem Turnier teilnimmt. "Ein bisschen unwohl ist mir schon", meinte Michael Green, Welt-Hockeyspieler. "Die Ereignisse der letzten Monate haben ja eindeutig gezeigt, dass einem überall auf der Welt etwas passieren kann." Bundestrainer Bernhard Peters gestand ebenfalls, dass ihn die Situation belaste: "Man fliegt mit keinem guten Gefühl jetzt nach Asien - vor allem im Hinblick auf die eigene Familie." Er denke aber, "dass wir in Malaysia fast noch sicherer sind als in Europa, denn dort gibt es wesentlich weniger Anschlagziele für anti-amerikanische Extremisten."
Deutschlands bester Tennisspieler Rainer Schüttler, in dieser Woche in Key Biscayne im Einsatz, meinte: "Je näher die Stunde X rückt, umso mehr denkt man über die möglichen Folgen nach." Er wolle sich nicht verrückt machen, sagte der Australian-Open-Finalist. Angst verspüre er bei der Ausübung seines Jobs aber noch nicht.
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