Lizenz von Rosenheim gekauft: Iserlohn als 16. Klub in die DEL
zuletzt aktualisiert: 17.07.2000 - 14:45Neuss (sid). Der Iserlohner EC steigt als 16. Klub in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ein. Die Sauerländer, Nachfolger des früheren Bundesligisten ECD Iserlohn, haben die Lizenz der Star Bulls Rosenheim gekauft. Zur Aufnahme in die Eliteklasse fehlte am Montag nur noch das Grüne Licht des DEL-Aufsichtsrates.
"Der Vertrag über den Lizenzkauf ist notariell beglaubigt. Iserlohn ist Rechtsnachfolger von Rosenheim", bestätigte Gerd Schröder, Vorsitzender des DEL-Aufsichtsrates: "Wenn die Lizenzunterlagen genauso ordentlich aufgearbeitet sind, sehe ich keine Probleme mehr." Am Montag stellte sich der Zweitliga-Sechste der vergangenen Saison mit dem Vorsitzenden Wolfgang Brück und Geschäftsführer Thomas Aumer bei der entscheidenden Aufsichtsratssitzung in Frankfurt/Main vor. Für Dienstag kündigten die Sauerländer eine Pressekonferenz an.
Die Iserlohner, die nach zwölf Jahren in die Eliteklasse zurückkehren, haben offenbar 3,25 Millionen Mark für die Lizenz des dreimaligen deutschen Meisters aus Oberbayern bezahlt. Auf diesen Kaufpreis hatten sich die Star Bulls und die Hamburg Crocodiles geeinigt, die ursprünglich den Rosenheimer Platz in der DEL einnehmen sollten. Allerdings stiegen die Hanseaten überraschend aus, weil sie bei einer ersten Abstimmung unter den DEL-Klubs keine Mehrheit für einen Einstieg erhielten.
Anders als die "Krokodile" kann Iserlohn eine erstliga-taugliche Eishalle vorweisen. 4.500 Fans fasst die Arena am Seilersee, in der in den 70-er und 80-er-Jahren bereits Bundesliga-Eishockey geboten wurde. Ein weiteres Plus der Sauerländer: Der 1994 gegründete Verein ist wirtschaftlich gesund. In der vergangenen Saison fuhr der Klub erstmals ein Minus ein - mit 200.000 Mark vergleichsweise niedrig. Der Etat betrug zuletzt 4,5 Millionen Mark und muss für die DEL nur unwesentlich aufgestockt werden. Allein die Westderbys gegen Essen, Krefeld, Oberhausen, Düsseldorf und Köln werden aber zusätzliche Einnahmen in die Kassen spülen.
Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB), zuständig für die Zweite Liga, reagierte indes verstimmt auf die Entwicklung. "Iserlohn hat sich bei uns für die Zweite Bundesliga beworben und die Lizenz auch erhalten. Wir haben den Sachverhalt nur aus der Zeitung erfahren", erklärte DEB-Ligenleiter Helmut Bauer und schloss eventuelle Schadenersatzansprüche der Zweitliga-Klubs und des Verbandes nicht aus: "Aber wir wollen den dritten Schritt nicht vor dem ersten machen und warten zunächst auf die offizielle Stellungnahme Iserlohns."
Nach mehr als zwölf Jahren kehrt Erstliga-Eishockey ins Sauerland zurück. 1988 war der ECD Iserlohn aus finanziellen Gründen während der Saison ausgestiegen. Zuvor war ein spektakulärer Sponsorenvertrag mit Libyens Revolutionsführer Gaddafi über Trikotwerbung für dessen "Grünes Buch" vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) abgelehnt worden. Der IEC wäre bereits der dritte Erstligist aus Iserlohn. Von 1977 bis 1979 spielte der EC Deilinghofen in der Bundesliga, 1979 folgte der ECD Iserlohn.
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