Einjährige Haftstrafe auf Bewährung: Italienischer Dopingarzt Ferrari verurteilt
zuletzt aktualisiert: 01.10.2004 - 15:09Bologna (rpo). Ein Gericht in Bologna hat den italienischen Dopingarzt Michele Ferrari am Freitag wegen Sportbetrugs zu einem Jahr Haft auf Bewährung und zur Zahlung von 900 Euro Strafe verurteilt. Darüber hinaus erhielt der Mediziner elf Monate Berufsverbot.
Die Staatsanwälte hatten in der vergangenen Woche 14 Monate Haft gefordert. Ferrari war zusammen mit weiteren 15 Medizinern und Apothekern beschuldigt worden, bekannten Sportlern gesundheitsschädliche Dopingmittel, darunter das Blut-Dopingmittel EPO, verschrieben und verkauft zu haben.
"Ich habe niemals verbotene Mittel verschrieben, weil ich der Ansicht bin, dass Doping den Radsportlern zutiefst schadet. Dopingmittel sind nicht immer so wirksam, wie man denkt, oft verschlechtern sie sogar die Leistungen des Sportlers", hatte sich der Arzt vor Gericht verteidigt.
Ferrari hatte in den vergangenen Jahren auch den sechsmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong behandelt, der den Arzt als "Freund und Ratgeber" bezeichnet hatte. Als Belastungszeuge war unter anderem Radprofi Filippo Simeoni aufgetreten, der behauptet hatte, von Ferrari EPO gespritzt bekommen zu haben.
In diesem Zusammenhang war auch Armstrong genannt worden, der seit 1995 Kontakt mit Ferrari hatte. Simeoni war von Armstrong auf Verleumdung verklagt worden.
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