Eiskunstlauf: Vlascenko auf dem zehnten Platz: Jagudin nach Sieg bei Olympia auch Weltmeister
zuletzt aktualisiert: 21.03.2002 - 13:58Nagano (rpo). Alexej Jagudin eilt von Erfolg zu Erfolg. Nach dem Olympiasieg in Salt Lake City sicherte er sich auch den Weltmeistertitel in Nagano.
Titelverteidiger und Landsmann Ewgeni Pluschenko hatte nach Olympia abgesagt - wie schon bei den Europameisterschaften wegen Verletzungen. Silber ging an Timothy Goebel (USA) vor Takeshi Honda (Japan). Der Wahl-Münchner Andrejs Vlascenko wurde Zehnter und sicherte für die WM 2003 in Washington zwei deutsche Startplätze.
"Es war für mich wie ein Schaulaufen nach den anstrengenden Olympischen Spielen. Ich genieße den Erfolg", sagte Jagudin, der die WM zu einer One-Man-Show machte. Nicht nur die Sprungelemente wie die hochklassige Kombination aus Vierfach-Toeloop/Dreifach-Toeloop/ Doppel-Rittberger machen den Eiskünstler so einzigartig. Mit seinem ausdrucksstarken Programm "Der Mann mit der Eisernen Maske" begeisterte der St. Petersburger die 7500 Zuschauer, die den wegen des Frühlingsanfangs freien Arbeitstag in der Eishalle verbrachten. So viele Teddybären und Blumen erhielt Jagudin nicht einmal bei Olympia. Die Jury belohnte ihn mit der zwei Mal vergebenen Bestnote 6,0.
Auch Vlascenko riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Bis auf Kleinigkeiten brachte der gebürtige Russe eine stimmige Blues-Kür aufs Eis. Lediglich den Kombinationen fehlte der Pepp: Nach dem dreifachen Axel fehlte eine Umdrehung beim zweifachen Toeloop, die zweite Kombination war wackelig. "Ich ärgere mich, denn ich hätte es gekonnt. Aber ich wollte beim Toeloop auf Nummer sicher gehen", meinte der 27 Jahre alte A-Kader-Athlet. Sein Ziel, unter die ersten Zehn zu kommen, erreichte der elegante Läufer wegen seines künstlerischen Ausdrucks. So verbesserte er sich nach dem Kurzprogramm um zwei Plätze.
Winkler/Lohse auf dem siebten Platz
Zuvor hatten sich auch Kati Winkler und Rene Lohse mit einem temperamentvollen Originaltanz in den Top Ten behauptet. Trotz eines nahezu perfekten Vortrages konnten sich die Berliner vom siebten Platz nicht verbessern. "Es lief super heute. Das Publikum stand voll hinter uns, das haben wir gespürt", freute sich Kati Winkler. Die blonde Läuferin fiel besonders durch ihr tief ausgeschnittenes Flamenco-Kostüm auf. Kurz vor dem Wettkampf fuhr der 28-jährigen Berlinerin ein Schreck durch die Glieder, als ihre Strumpfhose riss. Eine japanische Läuferin half ihr aus der Patsche.
Einzig die Jury wollte die fetzige Vorstellung der Olympia-Achten nicht honorieren. "Was sollen wir denn noch machen?", fragte Lohse ratlos. Tatsächlich änderten die Preisrichter fast gar nichts an der Reihenfolge zu den Pflichttänzen. Das mussten auch die Geschwister Stephanie und Thomas Rauer erfahren, die auf Position 19 vor der Kür am Freitag liegen. Die Essener verloren einen Platz, obwohl die vor ihnen positionierten Tschechen stürzten. Vor der Kür liegen die Russen Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch vorn. Die Olympiasieger Marina Anissina/Gwendal Peizerat (Frankreich) und die Titelverteidiger Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio (Italien) sind nicht dabei.
Herren, Endstand nach der Kür:
1. Alexej Jagudin (Russland) 2,0 Punkte 2. Timothy Goebel (USA) 4,8 3. Takeshi Honda (Japan) 6,0 4. Alexander Abt (Russland) 6,0 5. Chengjang Li (China) 9,8 6. Michael Weiss (USA) 9,8 7. Anthony Liu (Australien) 16,4 8. Jeffrey Buttle (Kanada) 17,8 ...10. Andrejs Vlascenko (München) 18,8
Eistanz, Stand nach dem Originaltanz:
1. Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch (Russland) 1,0 Punkte 2. Shae-Lynn Bourne/Victor Kraatz (Kanada) 2,0 3. Margarita Drobiazko/Povilas Vanagas (Litauen) 3,0 4. Galit Chait/Sergej Sachnowski (Israel) 4,0 5. Albena Denkowa/Maxim Stawiski (Bulgarien) 5,0 6. Elena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukraine) 6,0 7. Kati Winkler/Rene Lohse (Berlin) 7,0 8. Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (Russland) 8,0 9. Naomi Lang/Peter Tschernischew (USA) 9,0 10. Marie-France Dubreuil/Patrice Lauzon (Kanada) 10,2 11. Sylwia Nowak/Sebastian Kolasinski (Polen) 11,0 12. Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder (Frankreich) 12,4 13. Marika Humphreys/Witali Baranow (Großbritannien) 13,0 14. Tanith Belbin/Benjamin Agosto (USA) 13,6 15. Kristin Fraser/Igor Lukanin (Aserbaidschan) 15,2 ... 17. Alia Ouabdelsselam/Benjamin Delmas (Frankreich) 17,0 ... 19. Stephanie und Thomas Rauer (Essen) 18,8
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