11. Etappe: Casero neuer Spitzenreiter: Jan Ullrich hakt Vuelta-Sieg ab
zuletzt aktualisiert: 06.09.2000 - 13:57Arcalis (dpa). Jan Ullrich war am Dienstag an seinem "Lieblingsberg" in Andorra-Arcalis ohne Siegchance. An jenem 2 230 m hohen Pyrenäen-Gipfel, an dem der Telekom-Kapitän 1997 das Gelbe Trikot bei der Tour de France erobert und auch im Vorjahr bei der Vuelta triumphiert hatte, verlor der Merdinger nach 136 schweren Kilometern auf der "Königsetappe" der Spanien-Radrundfahrt von Alp nach Andorra 4:15 Minuten auf den Etappensieger Roberto Laiseka (Spanien) und hat im Gesamtklassement als Vierter nun schon 2:21 Minuten Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Angel Casero aus Spanien.
Den Sieg auf dem 11. Tagesabschnitt erkämpfte Laiseka mit einem Alleingang am 13,5 km langen Anstieg hinauf zur Skistation in Arcalis. Auch auf den weiteren Plätzen folgten mit Carlos Sastre, Santiago Blanco, Roberto Heras und Manuel Beltran durchweg Profis aus Spanien. Heras eroberte damit den zweiten Platz in der Gesamtwertung vor seinem Landsmann Igor Gonzales de Galdeano. Ullrich ist als Vierter weiter bester "Nicht-Spanier".
Bereits vor der Erklimmung seines "Glücksberges" hatte Jan Ullrich den erneuten Sieg bei der Spanien-Rundfahrt offenbar schon abgehakt, um Kräfte für den Olympia-Auftritt in Sydney sparen. "Ich möchte bei den Olympischen Spielen gut sein. Ich opfere lieber die Vuelta, als bei den Olympischen Spielen schlecht zu fahren", hatte der der frühere Tour-de-France und Vuelta-Sieger in einem Interview des "Tagesspiegel" erklärt.
Nachdem er bereits auf der 10. Etappe wertvolle Sekunden auf die Spitze verloren hatte, sagte Ullrich: "Ich spüre, wenn der Körper müde wird und werde mich dann, so gut es geht, schonen. Wenn ich merke, ich muss in den Pyrenäen alles bringen, um bei der Gruppe mitzugehen, und es am nächsten Tag am ersten Berg schon wieder klemmt, dann muss ich kürzer treten, Luft ranlassen, regenerieren. Sonst stürzt die Form ab", meinte der Telekom-Kapitän.
Dennoch bekräftigte Ullrich, die Vuelta weiter als optimale Vorbereitung auf Sydney zu nutzen. "Ich will eine gute Vuelta fahren. So lange ich vorn dabei bin, werde ich probieren, auch dort zu bleiben. Aber ohne an die Substanz zu gehen", fügte er hinzu.
Elfte Etappe über 136,5 km von Alp nach Arcalis/Andorra:
1. Roberto Laiseka 3:43:25 Stunden, 2. Carlos Sastre 0:50 Minuten zurück, 3. Santiago Blanco 1:04, 4. Roberto Heras 1:51, 5. Manuel Beltran gleiche Zeit, 6. Fernando Escartin 2:00, 7. Jose Luis Rubiera 2:37, 8. Oscar Sevilla (alle Spanien) 2:40, 9. Pawel Tonkow (Russland) 2:42, 10. Richard Virenque (Frankreich) 2:57, 11. Angel Casero, 12. Igor Gonzales Galdeano (beide Spanien), 13. Wladimir Belli (Italien) alle gleiche Zeit, 14. Pascal Herve (Frankreich) 3:05, 15. Raimondas Rumsas (Littauen) 3:27, ... 22. Jan Ullrich (Merdingen/Telekom) 4:17, ... 27. Abraham Olano (Spanien) 6:44, ... 32. Alexander Winokurow (Kasachstan/Telekom) 6:44, ... 35. Alex Zülle (Schweiz) 8:12
Gesamtwertung: 1. Casero 37:32:52, 2. Heras 1:15 Minuten zurück, 3. Galdeano 1:42, 4. Ullrich 2:21
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