Noch fünf Kilo zuviel: Jan Ullrich kämpft gegen überflüssige Pfunde
zuletzt aktualisiert: 08.02.2004 - 13:35Rom/Neuss (rpo). Für den Kapitän des T-Mobile-Teams ist Abspecken angesagt: Jan Ullrich liegt nach eigenem Bekunden noch fünf Kilo über seinem Idealgewicht. In der Toskana kämpft der Star im T-Mobile-Team derzeit gegen die überflüssigen Pfunde.
Trotz seines Winterspecks fühlt sich Ullrich in bester Form. "Alles läuft nach Programm. Ich habe das Training einen Monat früher als bisher begonnen und bin bereits an einem guten Punkt angelangt. Ich habe über 4000 Kilometer hinter mir. Der Wechsel zwischen Fahren und Fitness-Training ist nützlich, um Probleme mit dem Rücken und den Knien zu vermeiden", sagte der Olympiasieger in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport.
Bei seiner Vorbereitung auf die Tour de France macht Ullrich das Übergewicht keine Sorgen. "Wenn ich so weiter arbeite, werde ich in den kommenden Monaten wieder in Topform sein", sagte der Tour-Sieger von 1997, der bei der 91. Frankreich-Rundfahrt im Juli neben Armstrong mehr Konkurrenz erwartet: "Lance ist der stärkste meiner Rivalen, doch es wäre ein Fehler, ausschließlich an ihn zu denken."
Respekt hat der Mecklenburger vor allem vor Tyler Hamilton vom Schweizer Phonak-Team. "Aber auch Joseba Beloki und Roberto Heras sind nicht zu unterschätzen. Sie sind Kapitäne ihrer Teams geworden und werden dieses Jahr noch aggressiver sein. Auch Ivan Basso hat Siegchancen", sagte Ullrich, für den der Gewinn des Gelben Trikots in Paris "der größte Traum ist".
Das zweite Highlight der Saison ist für Ullrich, der noch vor der Tour seine in Zusammenarbeit mit dem Sportjournalisten Hagen Boßdorf geschriebene Autobiografie mit dem Titel "Ganz oder gar nicht. Meine Geschichte" herausgeben wird, die Olympia-Teilnahme in Athen. Probleme mit der Doppelbelastung hat er nicht: "Die Olympischen Spiele finden direkt im Anschluss an die Tour statt. Ich sollte keine Probleme haben, danach noch in guter Form zu sein".
Den Giro d'Italia will sich Ullrich zumindest in diesem Jahr nicht zumuten. "Ich glaube, man kann Giro und Tour in einem Jahr gewinnen, doch nicht jetzt. Die Herausforderung mit einem Meister wie Armstrong, der alles auf die Tour setzt, erlaubt mir nicht, an beiden Rennen teilzunehmen", sagte der zweimalige Zeitfahr-Champ.
Für Ullrich beginnt die Wettkampfsaison Anfang März bei der Murcia-Rundfahrt, an der auch Armstrong teilnimmt. Während Ullrich vom Training in der Toskana mit seinem Teamkollegen Tobias Steinhauser und Intimus Rudy Pevenage begeistert ist, hat Zabel seine erste Rennwoche in diesem Jahr bereits hinter sich.
Auf die Tour fixiert
Nach den fünf Tages-Abschnitten auf Mallorca gibt sich der Weltranglistenzweite ganz zufrieden, hadert aber ein wenig mit den Resultaten. Ich hätte sicher gerne gewonnen, aber ich weiß, das ich vorne mitmischen kann", sagte Zabel, der in diesem Jahr sein Wettkampfprogamm drosseln will. Auch er ist auf die Tour fixiert, doch zunächst hat sein Lieblings-Klassiker Mailand-San Remo am 20. März Vorrang.
Für T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer läuft die Saisonvorbereitung nach Plan, obwohl die Wüsten-Expedition der Bonner zur Katar-Tour weniger erfolgreich war: "Mallorca ist für uns sehr zufriedenstellend gelaufen. Katar war weniger gut, aber es ist auch ein spezielles Rennen."
Dem pflichtete Dr. Stefan Vogt bei, der als Teamarzt mit am Persischen Golf war: "Das Rennen hat seinen Sinn und Zweck erfüllt. Die Jungs haben alle über 1000 km in den Beinen. Sie haben Gewicht verloren und Muskelmasse aufgebaut. Das ist erstmal das Wichtigste."
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