Nach 300-m-Bestmarke von 30,85 Sekunden:: Johnson kündigt weitere Weltrekorde an
zuletzt aktualisiert: 25.03.2000 - 14:14Pretoria (sid). US-Superstar Michael Johnson will in ganz neue Dimensionen stürmen. "Über 400 m will ich den Weltrekord in Bereiche steigern, an die überhaupt noch niemand gedacht hat. Und über 200 m will ich schneller laufen als bei meinem Weltrekord von 19,32 Sekunden", erklärte Amerikas Sprint-Phänomen nach der 300-m-Weltbestmarke von 30,85 Sekunden am Freitag beim Leichtathletik-Sportfest im südafrikanischen Pretoria.
Michael Johnson steigerte dabei die seit zehn Jahren gemeinsam von Danny Everett (ebenfalls USA) und Roberto Hernandez (Kuba) gehaltene Bestmarke gleich um 0,72 Sekunden. "Es wäre komisch, wenn ich diese Marke als Weltrekordler über 200 und 400 m nicht auch noch halten würde", meinte Johnson, der am kommenden Freitag in Kapstadt auch über 400 m eine Glanzzeit vorlegen will. Zum Saisonauftakt hatte der siebenmalige Weltmeister in Pietersburg/Südafrika bereits mit der viertbesten jemals gestoppten 200-m-Zeit von 19,71 Sekunden aufgetrumpft.
Zu seinen Ambitionen auf der 400-m-Distanz meinte Michael Johnson: "Ich habe den Rekord zwar gebrochen, aber nicht genügend. 42er-Zeiten sind möglich. Es scheint mir nicht sehr schwierig." Der 31jährige, der den einstigen Fabel-Weltrekord von Landsmann Butch Reynolds (43,29) beim WM-Triumph von Sevilla in 43,18 unterboten hatte, meinte gar: "Ich wäre enttäuscht, wenn ich aufhören würde und hätte es nicht geschafft, den Rekord noch einmal entscheidend zu steigern."
Atlanta: Gold über 200 und 400 m
Zu seiner blendenden Verfassung sagt Johnson: "Ich knüpfe da an, wo ich 1996 beim Doppel-Olympiasieg aufgehört habe." Johnson war in Atlanta der Erste, der über 200 und 400 m Gold gewann. "Ich will das in Sydney wiederholen. Ich sehe niemand, der mich schlagen kann. Und wenn ich gesund bleibe, will ich mit der Staffel ein drittes Gold gewinnen." Es das siebte bei Olympia für den Rekord-Weltmeister (neun WM-Siege).
Zweifel daran, ob er seine phantastische Frühform bis in den Frühherbst halten kann, denn die olympische Leichtathletik in Sydney beginnt erst in der letzten September-Woche, lässt Johnson nicht gelten. "Wäre ich der Hallensaison angetreten, hätte keiner gesagt, ich würde zu früh ins Olympiajahr starten", sagt Johnson, der im April und Mai keine Starts absolvieren, sondern trainieren will. Wo er im Sommer in Europa läuft, verrät Johnson noch nicht.
Für ein weiteres Glanzresultat sorgte Tschechiens Speerwurf-Weltrekordler Jan Zelezny mit 90,59 m. Ansonsten imponierten vor allem der finnische Hammerwerfer Olli-Pekka Karjalainen mit 79,63 m, der Australier Patrick Dwyer in 44,73 Sekunden über 400 m, Llewellyn Herbert (Südafrika) in 48,37 über 400 m Hürden und Lawrence Johnson (USA) mit 4,90 m im Stabhochsprung.
Ergebnisse:
Männer
100 m: 1. Patrick van Balkom (Niederlande) 20,43 Sekunden, 2. Paul Gorries (Südafrika) 20,59
300 m: 1. Michael Johnson (USA) 30,85 Sekunden (Weltbestzeit, bisher Danny Everett/USA und Roberto Hernandez/Kuba 31,66 seit 1990), 2. Zeteny Dombi (Ungarn) 32,73
400 m: 1. Patrick Dwyer (Australien) 44,73, 2. Hendrick Mokganyetsi 44,85, 3. Marcus La Grange (beide Südafrika) 44,99
400 m Hürden: 1. Llewellyn Herbert 48,37 Sekunden, 2. Alwyn Myburgh (beide Südafrika) 49,07
Stabhoch: 1. Lawrence Johnson (USA) 5,90 m, 2. Okkert Brits (Südafrika) 5,70 m
Diskus: 1. Frantz Krueger (Südafrika) 63,40 m
Hammer: 1. Olli-Pekka Karjalainen (Finnland) 79,63 m, 2. Alexandros papadimitriou (Grichenland) 78,69 m, 3. Zsolt Nemeth (Ungarn) 77,07 m
Speer: 1. Jan Zelezny (Tschechien) 90,59 m, 2. Adrian Hatcher (Australien) 83,28 m, 3. Gregor Hogler (Österreich) 82,03
Frauen
400 m: 1. Fallilat Ogunkoya (Nigeria) 50,84 Sekunden
Diskus: 1. Beatrice Faumuina (Neuseeland) 61,50 m (sid)
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