Drei Jahresweltbestleistungen in Lausanne: Johnson steigerte sich noch einmal
zuletzt aktualisiert: 06.07.2000 - 11:27Lausanne (dpa). Drei Jahresweltbestleistungen waren die Höhepunkte des 25. Athletissima der Leichtathleten am Mittwochabend in Lausanne.
Die zweifache 400-m-Weltmeisterin Cathy Freeman aus Australien kam auf 49,56 Sekunden, löste mit diesem starken Lauf Sprinterin Marion Jones (USA/49,59) ab und unterstrich ihre Gold- Ambitionen bei den Olympischen Spielen im eigenen Land. «Ich hatte mit einer Zeit von 49,50 gerechnet. Die ersten 50 m müssen noch besser werden», kommentierte sie ihr Rennen. Hürdensprint- Olympiasieger Allen Johnson (USA, Foto), der erst am Montag in Zagreb 13,10 Sekunden gelaufen war, steigerte sich im Duell mit dem WM-Zweiten Anier Garcia (Kuba/13,07) auf 13,06 Sekunden und der Schweizer Andre Bucher kam über 800 m in einem starken Finish auf 1:43,12 Minuten. Debbie Ferguson (Bahamas) stellte über 200 m mit 22,43 Sekunden die Saison- Bestmarke ein.
Auch andere Athleten imponierten bei dem Grand-Prix-Meeting der Kategorie I. In Abwesenheit der 100-m-Weltmeister und Jahresbesten Marion Jones und Maurice Greene (beide USA) waren die WM-Dritte Ekaterini Thanou (Griechenland) in der zweitschnellsten Zeit dieses Jahres von 10,91 Sekunden vor Shanna Pintusewitsch (Ukraine/10,94) und Ato Boldon (Trinidad/9,95) vor Francis Obikwelu (Nigeria/9,97) erfolgreich. Boldon siegte anschließend auch über 200 m in 19,97 Sekunden. Hürdensprint-Weltmeisterin Gail Devers (USA) glänzte über 100 m Hürden in 12,50 Sekunden und einem erneuten Sieg über die WM- Zweite Glory Alozie (Nigeria/12,56).
Im Weitsprung übertraf die 26-jährige Schwedin Erica Johansson im fünften Versuch mit 7,04 m als dritte Athletin in diesem Sommer die Sieben-Meter-Marke, hatte aber zu starken Rückenwind (+2,2 M/s). Enttäuscht war Susen Tiedtke (Chemnitz), die mit 6,49 m nicht über den neunten Platz hinaus kam. Auch Caren Sonn (Mannheim) musste sich im B-Lauf über 100 m Hürden in schwachen 13,33 Sekunden mit Rang acht begnügen. Auch Andrea Philipp (Dortmund) konnte im B-Lauf über 100 m in 11,34 Sekunden keine Bäume ausreißen.
Aus anderem Holz war da Ulrike Urbansky geschnitzt, die als Zweite über 400 m Hürden in der deutschen Jahresbestzeit von 54,70 Sekunden hinter der WM-Dritten Deon Hemmings (Jamaika/54,18) erneut die Olympia-Norm unterbot. «Ich wusste, dass ich gut drauf bin und hoffe, es wird noch besser», meinte die junge Magdeburgerin. Bei den Männern siegte auf dieser Strecke Llewellyn Herbert (Südafrika) in der zweitschnellsten Saisonzeit von 47,99 Sekunden. Achtbar hielt sich Doppel-Olympiasiegerin Marie-Jose Perec (Frankreich) bei ihrem Comeback nach einer Virusinfektion. Die in Rostock von Wolfgang Meier, Ehemann der 400-m-Weltrekordlerin Marita Koch, trainierte Perec, kam bei ihrem Saisondebüt über 200 m als Zweite auf 22,71 Sekunden.
Zu einem Flop wurde das Comeback des 35fachen Weltrekordlers Sergej Bubka (Ukraine). Der sechsmalige Stabhochsprung-Weltmeister scheiterte nach langer Verletzungspause an seiner Anfangshöhe von 5,60 m. Der 36-Jährige, in seinen Glanzzeiten ein Perfektionist, war jeweils chancenlos. Nicht besser erging es Danny Ecker (Leverkusen) mit drei Fehlversuchen bei seinem Einstand von 5,50 m. Tim Lobinger (Köln) scheiterte an 5,80, Michael Stolle (Leverkusen) an 5,70 m. Kugelstoßer Michael Mertens (Göttingen) verpasste als Vierter mit 19,50 m die Sydney-Norm genau wie Weitspringer Konstantin Krause (Ohra-Hörsel) und Sebastian Hallmann (Fürth/München) über 5 000 m.
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