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Frankfurt/Main
Kartellamt prüft Vergabepraxis von EM-Tickets

Frankfurt/Main. Dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) droht wegen der umstrittenen Vergabepraxis der Tickets zur EM 2016 in Frankreich womöglich Ärger vom Bundeskartellamt. "Nach den der Bundesregierung vorliegenden Informationen prüft das Bundeskartellamt derzeit die Notwendigkeit rechtlicher Schritte in diesem Zusammenhang", zitiert der "Deutschlandfunk" aus einem Antwortschreiben der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Iris Gleicke an die Bundesregierung. Ein Sprecher der Wettbewerbshüter in Bonn bestätigte ebenfalls, "dass die Ticketvergabe ein Thema in der Behörde sei", schreibt der DLF: "Das Amt untersuche auf kartellrechtliche Relevanz."

Die Vergabepraxis der DFB-Tickets für die Endrunde (10. Juni bis 10. Juli) war auf Kritik gestoßen, weil in der zweiten und für Fans entscheidenden Verkaufsphase, die am 18. Januar endete, nur Mitglieder des Fan Clubs Nationalmannschaft Tickets erwerben konnten. Wer nicht Mitglied war, musste also noch eintreten und zum Kartenpreis mindestens 40 weitere Euro zahlen: 10 Euro Anmeldegebühr und 30 für den Jahresbeitrag 2016.

Für die Entscheidung gebe es, so DFB-Sprecher Jens Grittner im Dezember 2015, zwei Argumente: "Zum einen können wir so ausschließen, dass unter den Bestellern welche mit Stadionverbot sind. Und zweitens wollen wir denjenigen, die ständig bei Auswärtsfahrten dabei sind und die Stimmung machen, eine Art Treuebonus zukommen lassen", betonte Grittner.

(sid)
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