Doppel-Olympiasiegerin schreibt erstes Buch: Kati Witt begehrteste Deutsche bei Eiskunstlauf-WM
zuletzt aktualisiert: 23.03.2001 - 09:57Vancouver (rpo). Die begehrteste Deutsche bei den Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen ist Katarina Witt. Die attraktive Doppel-Olympiasiegerin, in Vancouver als Fernsehkommentatorin im Einsatz, hetzt von einem Interview zum nächsten.
Der nach wie vor beliebte Eisstar soll vor allem erklären, warum die einst so erfolgreiche Sportart in Deutschland nun am Boden ist und keine Läufer mit Medaillenchancen mehr hervorbringt. "Eiskunstlaufen war früher ein Publikumsmagnet bei uns zu Hause. Inzwischen fehlen aber leider die neuen jungen Idole, um den Nachwuchs anzulocken", meint die Chemnitzerin.
Die nachlassende Popularität sei für sie die größte Motivation, sich immer wieder mit Shows in ihrem Heimatland zu präsentieren, auch wenn sie in den USA viel mehr Geld verdienen kann. Ein Engagement in der Deutschen Eislauf-Union (DEU) oder als Trainerin kann sich Katarina Witt allerdings nur schwer vorstellen: "Ich könnte mich nicht in Verbandsstrukturen reinpressen. Da bin ich zu lange raus."
Viel reizvoller sind für die ehemalige Eisprinzessin ihre unterschiedlichen beruflichen Einsätze: "Ich komme gerade aus Las Vegas und habe eine eigene TV-Show produziert. Das ist enorm spannend", schwärmt die Sächsin mit Wohnsitz in Los Angeles und Berlin. Auf deutschem Eis läuft sie erst wieder im August mit ihrer Gala "Summernight on Ice", mit der sie in Erfurt, Leipzig und Riesa gastiert.
Anfang April will "Kati" einen Abstecher nach Berlin nutzen, um ihre Silberschmuck-Kollektion und ihr erstes Buch vorzustellen. "Darin geht weniger ums Eiskunstlaufen. Es ist ein Buch für Frauen in meinem Alter, mit Tipps zum Wohlfühlen", verrät die Autorin. Ihr Werk über mentale und biologische Fitness, das die erfolgreiche Sportlerin mit Hilfe eines Co-Autoren geschrieben hat, soll eine Inspiration für aktive Frauen sein.
Aktivsein ist für Katarina Witt oberstes Gebot. Jede Frage nach einem ruhigeren Leben mit eigenen Kindern statt TV-Shows und PR- Terminen auf zwei Kontinenten weist sie fast empört zurück: "Alle wollen von mir immer nur wissen, wann ich aufhöre. Aber ich fühle noch die Leidenschaft auf dem Eis. Mein Beruf ist ein Privileg, das ich nicht so schnell aufgebe." Das Alter sei nun wirklich kein Hindernis, denn mit "35 fühle ich mich noch völlig gesund und munter".
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