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Eiskunstlauf-EM in Lausanne: Kautz/Jeschke mildern das Desaster

zuletzt aktualisiert: 16.01.2002 - 23:15

Lausanne (rpo). Mariana Kautz und Norman Jeschke haben das deutsche Desaster bei der Eiskunstlauf-EM in Lausanne noch einmal mildern können. Die deutschen Vize-Meister liefen in der Paarlauf-Konkurrenz noch auf den achten Rang und erreichten damit genau die vom Nationalen Olympischen Komitee für Deutschland (NOK) geforderte Norm.

Die Russen Tatjana Totmianina/Maxim Marinin wurden erstmals Europameister. Silber holte sich das französische Paar Sarah Abitbol/Stephane Bernadis vor den Russen Maria Petrowa/Alexej Tichonow. Die großen Favoriten Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse fehlten verletzungsbedingt.

Die beiden Berliner Kautz/Jeschke profitierten dabei von noch ärgeren Fehlern der direkten Konkurrenten und wurden von der Qualifikation völlig überrascht. "Wir haben es geschafft, ich kann es nicht glauben", sagte Kautz. Jeschke, dessen Sturz beim dreifachen Toe-Loop der Anfang vom Ende für die Schützlinge von Trainer Knut Schubert schien, war wenige Minuten zuvor wie ein Häufchen Elend vom Eis geschlichen. Der 21-Jährige verließ weinend die Halle und war von seiner Partnerin kaum zu trösten.

Andrea Diewald musste Lehrgeld zahlen

Zu schwach hatten sich Kautz/Jeschke den zahlreichen in die Schweiz gereisten Fans präsentiert, doch das zunächst so niedergeschlagene Duo staunte nicht schlecht, als die Rivalen noch orientierungsloser über das Eis stolperten. Zuvor hatte sich Jeschke bereits mit dem Scheitern abgefunden: "Es sollte wohl einfach nicht sein, der Druck, auch vom Verband, war zu groß."

Dagegen hatte bereits mehrere Stunden vor Wettkampfbeginn Sarah Jentgens und Mirko Müller (Dortmund/Berlin) das olympische Aus ereilt. Der 27-Jährige klagte nach dem Abschlusstraining am Mittag über Brustschmerzen und Atemnot, ausgelöst durch einen grippalen Infekt. Die deutschen Meister hatten nach dem Kurzprogramm auf dem zehnten Platz gelegen. Damit verpasste das Paar auch die Qualifikation für die Welttitelkämpfe im März im japanischen Nagano.

Nach einer katastrophalen Leistung war Andrea Diewald schon am Nachmittag in der Qualifikation ausgeschieden. Die Münchnerin belegte in der Qualifikationsgruppe B unter 17 Starterinnen nur den vorletzten Platz und erreichte damit nicht einmal das Kurzprogramm am Freitag (13.30 Uhr), bei dem die 30 besten Läuferinnen startberechtigt sind.

"Es gibt keine Erklärung und keine Entschuldigung, so schlecht habe ich sie in dieser Saison noch nicht gesehen", meinte Diewalds Trainer Alexander Wedenin. Die 20-Jährige, die nur in die Schweiz fahren durfte, weil die deutsche Meisterin Katharina Häcker zu jung ist, stürzte viermal aufs Eis und stand nur einen Doppel-Axel sowie einen Dreifach-Toeloop. Danach weinte sie bitterlich und wollte ihren ersten Auftritt im internationalen Rampenlicht nicht kommentieren.

Die viermalige Titelträgerin Irina Slutskaja zeigte ungewohnte Schwächen in der von allen ungeliebten Qualifikation. Sie stürzte sogar beim zweifachen Axel und wurde von den Preisrichtern mit schlechten Noten abgestraft. "Ich musste schon um sechs Uhr morgens trainieren, das brachte mich ganz durcheinander. Aber es war ja nur die Aufwärmphase für den richtigen Wettkampf", sagte die 22 Jahre alte Moskauerin. Ihre härteste Konkurrentin Maria Butirskaja zeigte eine mäßige Leistung und vermied nur knapp einen Sturz. Dennoch setzte sich die anmutige Moskauerin an die Spitze der Gruppe B. Die 29-Jährige möchte am Genfer See zum dritten Mal den EM-Titel holen.

Ergebnisse von den Eiskunstlauf-Europameisterschaften:

Paarlauf, Endstand: 1. Tatjana Totmianina/Maxim Marinin (Russland) 1,5 Punkte, 2. Sarah Abitbol/Stephane Bernadis (Frankreich) 3,5 3. Maria Petrowa/Alexej Tichonow (Russland) 4,0 4. Dorota Zagorska/Mariusz Siudek (Polen) 6,0 5. Katerina Berankova/Otto Dlabola (Tschechien) 7,5 6. Tatjana Tschuwajewa/Dimitri Palamarschuk (Ukraine) 10,0 7. Viktoria Borsenkowa/Andrej Tschuwiljajew (Russland) 11,5 8. Mariana Kautz/Norman Jeschke (Berlin) 9. Marie-Pierre Leray/Nicolas Osseland (Frankreich) jeweils 12,5 (besseres Kürergebnis zugunsten von Kautz/Jeschke) 10. Tiffany Ann Sfikas/Andrew Seabrook (Großbritannien) 13,5 11. Viktoria Shklover/Valdis Mintals (Estland) 17,0 12. Michela Cobisi/Ruben de Pra (Italien) 18,5 13. Olga Bestandigova/Jozef Bestandig 20,0 14. Maria Guerassimenko/Wladimir Futas (alle Slowakei) 21,5 15. Maria Krasiltsewa/Artem Znachkow (Armenien) 23, 5

Damen, Qualifikation, Gruppe A: 1. Irina Slutskaja 0,4 Punkte 2. Viktoria Woltschkowa (beide Rußland) 0,8 3. Silvia Fontana (Italien) 1,2 4. Vanessa Gusmeroli (Frankreich) 1,6 5. Elina Kettunen (Finnland) 2,0 6. Sarah Meier (Schweiz) 2,4 7. Laetitia Hubert (Frankreich) 2,8 8. Mojca Kopac (Slowenien) 3,2 9. Julia Lebedewa (Armenien) 3, 6 10. Asa Person (Schweden) 4,0 11. Tamara Dorofejew (Ungarn) 4, 4 12. Karen Venhuizen (Niederlande) 4,8 13. Sara Falotico (Belgien) 5,2 14. Swetlana Pilipenko (Ukraine) 5,6 15. Georgina Papavasilio (Griechenland) 6,0.

Qualifikation, Gruppe B: 1. Maria Butirskaja (Russland) 0,4 Punkte 2. Galina Maniaschenko (Ukraine) 0,8 3. Susanna Pöykiö (Finnland) 1,2 4. Julia Sebestyn (Ungarn) 1,6 5. Jelena Liaschenko Ukraine) 2,0 6. Zuzana Babiakova (Slowakei) 2,4 7. Julia Lautowa (Österreich) 2,8 8. Idora Hegel (Kroatien) 3,2 9. Lucie Krausova (Tschechien) 3,6 10. Marta Andrade (Spanien) 4,0 11. Roxana Luca (Rumänien) 4,4 12. Vanessa Giunchi (Italien) 4,8 13. Sabina Wojtala (Polen) 5,2 14. Darya Zuravicki (Israel) 5,6 15. Tugba Karademir (Türkei) 6,0

nicht für das Kurzprogramm qualifiziert: 16. Andrea Diewald (München) 6,4

Quelle: RPO Archiv

 
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