Tennis: Steffi Graf geht es richtig gut: Keine Auskunft gibt es zur Privatsphäre
zuletzt aktualisiert: 19.01.2000Melbourne (dpa). Steffi Graf nimmt die Warterei freudig in Kauf. "Mir geht es richtig gut", sagt die Brühlerin über ihr neues Leben. Fünf Monate nach ihrem Abschied von der Tennis-Bühne ist sie nach Melbourne gereist, um Andre Agassi bei den Australian Open die Daumen zu drücken. Immer wenn ihr Freund dort aufschlägt, wo sie vier ihrer 22-Grand-Slam-Triumphe feierte, sitzt sie oben auf der Tribüne.
Später steht sie unten in den Katakomben vor der Spielerkabine. Und wenn er dann kommt, gibt es zur Belohnung ein Küsschen. Bislang hatte es der Mann aus Las Vegas ziemlich eilig. Er hat beim ersten Grand- Slam-Turnier der Saison noch keinen einzigen Satz verloren.
Stattdessen hat Agassi ein wenig über seine Beziehung zu Steffi Graf geplaudert. Er erzählte, dass beide viel über Tennis sprechen. "Ich kann viel von einem Champion lernen und sie ist ein Champion. Und ich tue definitiv mein Bestes, um etwas von ihr zu lernen", sagte er am Dienstag auf der Pressekonferenz nach seinem Dreisatz-Erfolg über Sjeng Schalken aus den Niederlanden. Seine Freundin saß zur gleichen Zeit, mit einem gelben Teddybär im Arm, völlig entspannt auf der Terrasse des Presserestaurants unter einem Sonnenschirm beim Plausch mit ihrem langjährigen Trainer Heinz Günthardt - früher völlig undenkbar.
Foto: Steffi sieht Agassis Sieg gegen Schalken.
"Wenn die Fragen angemessen sind, dann spreche ich gerne über Steffi", sagte Agassi derweil. Keine Auskunft gibt es zur Privatsphäre sowie zu den Themen Heirat oder Schwangerschaft. Agassi sagt lieber, und er sagt es laut und bestimmt, wie wertvoll Steffi Graf für sein Tennisspiel ist. Eine Liebeserklärung der besonderen Art.
Der 29-jährige Amerikaner drückte in Melbourne auch seine Bewunderung für Steffi Graf aus. Ihm imponiere besonders, dass seine zehn Monate ältere Freundin nach dem Ende ihrer Karriere nicht in ein tiefes Loch gefallen ist. "Sie hat die Erfahrung aus ihrem Tennisleben mitgenommen, um den Rücktrittsschock zu überwinden. Und es flößt bei weitem nicht so viel Angst ein, wenn man es aus erster Hand miterlebt", sagt er. Wahrscheinlich ist Agassi am sanften Übergang seiner Freundin in den Tennis-Ruhestand nicht ganz unschuldig, denn gerade als sie abdankte, begann ihre Liebesgeschichte.
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