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Düsseldorf
Kenias Regierung schafft neue Anti-Doping-Agentur

Nach der Suspendierung des russischen Leichtathletik-Verbandes hat Diskus-Olympiasieger Robert Harting (31) rigorose Aufklärung auch in anderen Ländern gefordert. "Wir haben das mit Russland geklärt. Jetzt müssen wir nach Kenia und Jamaika rein und die gleiche Untersuchung anstellen. Das sind richtige Problemfälle in der Leichtathletik", sagte der Berliner im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Athleten mit "Sport-Intelligenz" würden durchaus merken, "wenn jemand Leistungen bringt, die nicht sein können", meinte der mehrfache Welt- und Europameister, der nach knapp anderthalb Jahren Zwangspause im Februar sein Comeback geben will. "Nichts von dem, was jetzt rauskommt, überrascht mich", versicherte Harting.

Den Ausschluss der Russen befürwortet Harting. "Zum einen muss man Machtzentren zerschlagen; für Putin wäre das höchst peinlich. Zum anderen kann man von Athleten verlangen, dass sie sich für einen fairen Wettkampf einsetzen und nicht blind hinter einer Flagge herlaufen."

Das schon seit einiger Zeit kritisch beäugte Kenia hat vor zwei Tagen die sofortige Einrichtung einer neuen, übergreifenden Anti-Doping-Agentur bekanntgegeben. Das ostafrikanische Land war durch zahlreiche Dopingfälle unter seinen Langstreckenläufern international ins Zwielicht geraten. Das kenianische Kabinett erklärte, das Ziel der Agentur sei es, im ganzen Land Kontrollen vorzunehmen und für die Integrität eines sauberen Sports zu sorgen. Auch soll sie die Verfolgung von Doping-Fällen überwachen und die Entwicklung und Einhaltung von Anti-Doping-Vorschriften übernehmen. Die Agentur soll mit der regionalen Anti-Doping-Organisation (Rado), der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und jeder anderen Organisation kooperieren, die in Kenia an Anti-Doping-Aktivitäten beteiligt ist.

Kenia steht offenbar schon wieder vor einem Skandal. Laut "Sunday Times" sollen drei Funktionäre, unter ihnen IAAF-Councilmitglied David Okeyo, sich mit fast 700.000 US-Dollar privat bereichert haben. Das Geld sei ursprünglich von Sponsor Nike an den kenianischen Verband überwiesen worden.

(dpa/sid)
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