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München/Frankfurt
Kerber ist zurück in der Heimat

München/Frankfurt. Die US-Open-Siegerin freut sich auf Urlaub und fordert die DFB-Elf heraus.

Übermüdet und mit Kapuze auf dem Kopf stieg US-Open-Siegerin Angelique Kerber nach ihrem Höhenflug von New York aus dem Airbus 340. Doch bei Kaiserwetter in München hatte die neue Tennis-Königin ihre Energie und Leichtigkeit schnell wiedergefunden.

Auf Wunsch der Fotografen machte "Angie" sogar mehrere Luftsprünge in einem Hotel-Garten und hielt einen goldenen Luftballon in Form einer "1" in die Höhe. "Ich habe immer noch Gänsehaut. Was passiert ist, ist der Wahnsinn. Es waren so viele Emotionen, dass ich das noch nicht in Worte fassen kann", sagte die Weltranglistenerste in der bayerischen Metropole.

Nach den "Wahnsinnswochen" will die 28-Jährige jetzt aber erst einmal ihren zehntägigen Urlaub bei den Großeltern in Puszczykowo (Polen) genießen. "Ich werde viel schlafen, gut essen, mich mit Freunden und der Familie treffen. Einfach das Leben genießen", kündigte Kerber an: "Ich werde mein Racket erstmal in die Ecke stellen und alles Revue passieren lassen."

Zehn Kamerateams und rund 60 Journalisten erwarteten Kerber zum nächsten Frage-Marathon, der von einigen TV-Sendern sogar live übertragen wurde. Gewohnt freundlich und bodenständig präsentierte sich die zweimalige Grand-Slam-Siegerin. Aber auch selbstbewusst: "Ich werde alles dafür tun, um so lange wie möglich da oben an der Spitze der Weltrangliste zu bleiben", betonte Kerber und nimmt die neue Herausforderung als "Gejagte" an: "Ich bin bereit dafür." Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei Olympia in Rio, ihrem Triumph in Flushing Meadows und dem Sprung an die Spitze des WTA-Rankings steht nach der kleinen Erholungspause das Turnier in Peking (ab 1. Oktober) an. Doch bis dahin ist vor allem "Genuss" angesagt - auch wenn noch etliche Medientermine auf die erste Nummer eins aus Deutschland seit Steffi Graf 1997 warten.

In den kommenden Tagen plant die Australian-Open-Gewinnerin zudem, sich für ihre Erfolge in Übersee zu belohnen. "Ich werde mir etwas gönnen. Es wird in Richtung Schmuck gehen", verriet Single Kerber und meinte augenzwinkernd: "Ich warte noch auf meine Heiratsanträge."

Und "Angie" wünscht sich einen kleinen Boom in ihrer Sportart. "Mehr kann ich nicht tun dafür. Ich hoffe, dass viel mehr Leute jetzt wieder den Tennisschläger in die Hand nehmen."

Ihre Entwicklung in den vergangenen Monaten ist für Kerber, die mittlerweile rund 17,76 Millionen US-Dollar an Preisgeld eingespielt hat, kein Zufall. "Ich bin noch fitter geworden, habe viel Selbstvertrauen auf dem Platz, kann drei, vier Stunden laufen." Außerdem sei sie auch psychisch "viel positiver" geworden, berichtete die Linkshänderin. Im US-Open-Finale gegen die Tschechin Karolina Pliskova (6:3, 4:6, 6:4) am vergangenen Samstag habe ihr diese mentale Stärke "das Leben gerettet".

Demnächst wird sie wahrscheinlich mit den Fußballnationalspielern Manuel Neuer und Toni Kroos Tennis spielen. Die Weltranglistenerste nahm eine Einladung von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff an, das Weltmeister-Team zu besuchen. "Ich nehme jeden, der kommt. Ich bin bereit", sagte Kerber der "Bild"-Zeitung.

Fest steht auch, dass Kerber die Einladung ihrer Finalgegnerin aus Rio den Janeiro, Monica Puig, annehmen wird. Die Goldmedaillengewinnerin von Olympia aus Puerto Rico hatte die Kielerin nach dem olympischen Endspiel in ihre karibische Heimat eingeladen.

(sid)
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