Tennis: Kiefer wieder Auftaktniederlage: Key Biscane: Haas in dritter Runde
zuletzt aktualisiert: 25.03.2000 - 19:31Miami (dpa). Thomas Haas weiter - Nicolas Kiefer wieder nach dem Auftaktmatch ausgeschieden: Wie schon vor zwei Wochen bei der Masters-Premiere im kalifornischen Indian Wells haben sich die Wege der beiden besten deutschen Tennisprofis nach ihren ersten Spielen getrennt. Während Haas seine Pflichtübung am Freitag pflichtbewusst erledigte und beim mit 3,2 Millionen Dollar dotierten Masters-Turnier in Miami gegen Mardy Fish (USA) souverän mit 6:2, 6:1 in die dritte Runde einzog, musste Kiefer 24 Stunden später nach einer 4:6, 4:6- Niederlage gegen den Australier Richard Fromberg seine Sachen packen. Vor 14 Tagen war der als Nummer vier gesetzte Holzmindener im ersten Match an Fabrice Santoro (Frankreich) mit 1:6, 4:6 gescheitert.
"Ich bin maßlos enttäuscht, mehr möchte ich ersteinmal nicht sagen", meinte Kiefer nach seiner erneut deprimierenden Vorstellung. Sein Erzrivale aus Hamburg war indes bester Laune. Weder vom böigen Wind noch von den nach jedem Punktgewinn ihres Landsmannes wie wild kreischenden amerikanischen Fans ließ sich Haas beirren. Der 21- Jährige spielte gegen den US-Teenager "mein Spiel" und gewann problemlos. "Das war ein super Auftakt. In der dritten Runde wird es aber sicher um einiges schwerer", vermutete Haas, womit er rechthaben wird. Mit Shootingsstar Lleyton Hewitt wartet nun aber eine weitaus schwierigere Herausforderung auf ihn.
Der 19-Jährige Australier gewann in diesem Jahr nicht nur die meisten Turniere - Adelaide, Sydney und Scottsdale -, sondern kann mit 22:2 Siegen auch auf die beste Bilanz aller Profis verweisen. Seinen vorerst letzten Erfolg verbuchte der als Nummer 14 gesetzte Viertplatzierte der Champions-Race-Rangliste fünf Stunden nach Haas' geglücktem Einstand. Der temperamentvolle Blondschopf musste allerdings bis nach Mitternacht kämpfen, um den Argentinier Gaston Gaudio mit 6:4 (7:4), 6:7 (6:8), 6:3 auszuschalten. "Ich freue mich richtig auf das nächste Match", meinte Haas, nachdem er sich noch einige Ballwechsel seines Kontrahenten angesehen hatte.
Haas hat allen Grund, erwartungsfroh in das Duell zu gehen. Das einzige Match, das er gegen Hewitt bislang bestritt, gewann er. Im vergangenen Jahr hatte er sich bei den Australian Open mit einem Vier-Satz-Sieg durchgesetzt. Ob das ein psychologischer Vorteil sei, wollte Haas nicht unbedingt bejahen. Eines jedoch weiß der in einem Programmheft des Turniers als Herzensbrecher betitelte Sonnyboy: Zu schlagen ist der einstige Football-Spieler ganz sicher. Möglich ist das aber nur in Höchstform. Nach der intensiven Vorbereitung auf seinem Zweitwohnsitz in Bradenton (Florida) sollte er normalerweise in Top-Verfassung sein. Er fühle sich blendend, bestätigte Haas. Zumal die ihn wochenlang plagende Bronchitis auskuriert sei. Und auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainerduo bestens funktioniere.
Als Generalprobe für das Daviscup-Viertelfinale in zwei Wochen in Adelaide sieht Haas seinen Vergleich gegen Hewitt aber nicht. "Das hier ist etwas ganz anderes. Dort spielen wir auf Gras. Außerdem spiele ich für mein Land, das weckt andere Emotionen", behauptete die deutsche Nummer zwei, die sich nach dem Turnier in Indian Wells mit der Nummer eins, Nicolas Kiefer, "lange" unterhalten hatte. Das Gespräch mit dem Daviscup-Verweigerer sei "sehr gut" gewesen. "Zwischen uns", versicherte Haas, "gibt es keine Differenzen mehr."
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