Haas und Agassi beim ATP ausgeschieden.: Kiefer als letzter Deutscher im ATP-Turnier
zuletzt aktualisiert: 16.05.2001 - 19:14Hamburg (rpo). Der Deutsche Tennis Bund (DTB) ist bei dem mit 2,95 Millionen Dollar dotierten Tennis-Masters-Turnier nur noch mit Nicolas Kiefer (Holzminden) vertreten. Lars Burgsmüller und Thommy Haas sind am Hamburger Rothenbaum bereits ausgeschieden. Völlig überraschend verlor Andre Agassi (Foto) sein Spiel gegen Fabrice Santoro (Frankreich) mit 6:3, 5:7, 6:4.
Nach neun vergebenen Matchbällen stand Lokalmatador Thomas Haas am nassen Rothenbaum im Regen. Trotz lautstarker Unterstützung von 10 000 Hamburger Tennisfans verlor der Olympia-Zweite am Mittwoch sein Zweitrundenmatch gegen den Marokkaner Hicham Arazi mit 6:2, 6:7 (8:10), 5:7 und verpasste den Sprung ins Achtelfinale des Masters-Turniers. Daviscup-Kollege Nicolas Kiefer (Holzminden) wollte es am Abend im Duell mit dem Amerikaner Todd Martin besser machen. Der Essener Lars Burgsmüller war zuvor durch ein 3:6, 3:6 gegen den starken Australier Andrew Ilie ausgeschieden.
Dieses Schicksal ereilte völlig überraschend auch Andre Agassi. Seine stark erkältete Lebensgefährtin Stefanie Graf drückte dem Amerikaner auf der Tribüne zwar wieder die Daumen - aber diesmal vergeblich: Der Weltranglisten-Erste verlor gegen den nie aufgebenden Franzosen Fabrice Santoro mit 3:6, 7:5, 4:6. Einen Tag nach Titelverteidiger Gustavo Kuerten (Brasilien) schied auch der an zwei gesetzte Russe Marat Safin nach einer desolaten Leistung gegen Gaston Gaudio (Argentinien) aus: Der "Höchststrafe" ersten Satz (0:6) folgte die Demütigung im Tie-Break des zweiten Durchgangs (0:7).
Wie ein begossener Pudel schlich Tommy Haas nach 2:16 Stunden vom Sandplatz und zog dann eine Matchbilanz, die aufhorchen ließ: "Ich bin zufrieden, dass ich bis zum letzten Punkt gekämpft habe." Und: "Im dritten Satz war ich schon ziemlich sauer und unmotiviert." Arazi habe in den entscheidenden Situationen gut gespielt und gut gekontert. "Vielleicht wollte ich es bei den Matchbällen zu sehr zwingen", gab der Weltranglisten-16. zu. Und sein Gegner? "Ich habe gedacht, weiter kämpfen, man weiß ja nie", erklärte Arazi seine neunmalige "Wiederauferstehung".
Unbeeindruckt von einer 16-minütigen Zwangspause im ersten Satz, als nach einem heftigen Regenschauer das Dach über dem Center Court geschlossen wurde, fand Publikumsliebling Haas gegen den Linkshänder Arazi zunächst die rechten Mittel. Doch mit zunehmenden Unkonzentriertheiten baute er seinen auch nicht viel besseren Gegner immer wieder auf. Die neun vergebenen Matchbälle, allein vier im Tie- Break, brachten den Hamburger völlig aus dem Rhythmus
Erstmals musste am dritten Turniertag das flexible Dach über dem Center Court geschlossen werden, viele Zuschauer flüchteten zuvor vor den herunterschwappenden Sturzbächen. Auf den vier Außenplätzen ging dagegen Stunden lang nichts mehr.
Burgsmüller war gegen die "Hammerschläge" des quirligen Ilie machtlos, ließ sich immer wieder in die Defensive drängen und war praktisch chancenlos. "Andrew kann jeden schlagen, wenn er einen guten Tag erwischt. Er hat unheimliche Schläge drauf", meinte der 25- jährige Essener, der sich für die Revanche gegen den in Rumänien geborenen Australier mehr ausgerechnet hatte. "Ich war sehr motiviert, aber leider hat Andrew heute besonders gut gespielt. Im ersten Satz hat er mich überrannt", erklärte Burgsmüller.
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