ATP-Chef Miles: Hamburg ungeeignet: Kiefer-Blamage in Monte Carlo
zuletzt aktualisiert: 16.04.2001 - 16:45Monte Carlo (rpo). Das deutsche Tennis muss eine schlechte Nachricht nach der anderen verkraften. Eine Woche nach dem Daviscup-Aus ging Nicolas Kiefer beim Turnier in Monte Carlo in der ersten Runde fürchterlich ein. Der Holzmindener musste sich dem Qualifikanten Michail Juschni mit 3:6 und 0:6 geschlagen geben.
Wie Kiefer stand auch David Prinosil nur 56 Minuten auf dem Court Central. Der Amberger, beim Daviscup in den Niederlanden dreifacher Verlierer, unterlag 2:6, 1:6 gegen Titelverteidiger Cedric Pioline aus Frankreich. "Ich habe überhaupt kein Selbstvertrauen, egal auf welchem Belag. Ich muss hart an mir arbeiten, um da heraus zu kommen, aber ich weiß nicht wie", kommentierte Prinosil ratlos. Thomas Haas und Rainer Schüttler greifen erst am Dienstag ein.
Doch die größte Niederlage des Osterwochenendes erlitt der Deutsche Tennis-Bund (DTB) durch die Absage von ATP-Chef Mark Miles an den Hamburger Rothenbaum als künftigen Austragungsort von Großturnieren. Es gebe "keinen Weg auf der Welt", wie ein Zehn-Tage- Turnier mit Damen und Herren dort stattfinden könne, sagte Miles der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der US-Amerikaner betonte: "Die Zeiten, in denen Tennisturniere dieser Größenordnung auf erweiterten Clubanlagen wie in Hamburg oder Berlin stattfinden können, sind vorbei." Damit wären die bevorstehenden Gespräche des DTB mit dem Hamburger Senat überflüssig. Sie sehen eine Erweiterung von acht auf 14 Plätze vor. Miles erklärte dagegen 22 Plätze zu einem Minimum, davon fünf komplett verkabelte für Fernsehübertragungen.
Da Deutschland unverändert "einer der wichtigsten Tennis-Märkte der Welt" sei, stehe es für die ATP aber außer Frage, dass im Frühjahr auch künftig eines von nur noch sechs geplanten Großturnieren dort veranstaltet werden sollte. In Frage kämen allerdings nur Ballungsgebiete wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt. Diese Städte sowie das Ruhrgebiet hatte auch DTB-Präsident Georg von Waldenfels jüngst als Standorte genannt. Waldenfels hatte angeregt, die Errichtung einer neuen, multifunktionalen Anlage mit den Planungen eines Stadion-Neubaus für die Fußball-WM 2006 zu verbinden. Der DTB allein sei mit einem Neubau allerdings finanziell überfordert.
Bisher wurde in Hamburg eines der Masters-Turniere der Herren und im Vorfeld ein Damen-Turnier ausgerichtet. In Berlin werden die German Open der Damen entschieden. In die traditionsreiche Anlage am Rothenbaum sind über 100 Millionen Mark investiert worden, zuletzt in eine Überdachung des Center Courts. Sollte Hamburg seinen Status als Großveranstalter verlieren, würde die im Jahr nur zwei Mal genutzte Anlage einer Bauruine gleichen.
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