Ex-Coach berät und stellt Trainer: Kiefer und Brett wieder vereint
zuletzt aktualisiert: 23.12.2001 - 11:48Hamburg (rpo). Tennisprofi Nicolas Kiefer arbeitet wieder mit Bob Brett zusammen. Bald zwei Jahre nach der Trennung und zwei mehr oder minder erfolglosen Versuchen mit Sven Groeneveld und Lars Wahlgren hat das Duo nun wieder zusammengefunden. Allerdings ist Brett eher eine Art Berater.
Kiefer bestätigte der dpa: "Ja, es stimmt, Bob und ich arbeiten wieder zusammen." Allerdings wird der Australier die Turnierreisen rund um den Globus nicht mitmachen. Das übernimmt Farid Bentaous, einer von zehn Trainern in Bretts Pariser Tennis-Akademie.
"Wir haben jetzt gerade eine Woche in Monte Carlo trainiert. Es lässt sich sehr gut an", so Kiefer (24) über den drei Jahre älteren Algerier, der in Paris lebt und nie als Tennisprofi auf der ATP-Tour gespielt hat. Verständigungsprobleme wird es jedenfalls nicht geben: Kiefer spricht perfekt Französisch - die Sprache seiner Mutter.
Das Konzept der Dreiteilung wie bei Kiefer/Brett/Bentaous hat sich schon beim Aufschwung von Thomas Haas bewährt. Der im Schlussspurt der Saison auf Platz acht der Weltrangliste gestürmte Hamburger fand erst in die Erfolgsspur zurück, als er die Zusammenarbeit mit Nick Bollettieri aufleben ließ. Auch der Trainer-Guru aus Florida ist nur noch selten bei Turnieren dabei - die Arbeit macht sein Angestellter David "Red" Ayme. In Bradenton schindet sich Haas derzeit für die neue Saison, "in der ich nicht wieder so oft verletzt sein will".
Kiefer Nr. 41 in der Welt
In der Zeit der größten sportlichen Not erinnerte sich Kiefer an die guten Zeiten mit dem anerkannten Experten Bob Brett. Dessen Sturheit und Kompromisslosigkeit hatte er es zu verdanken, 1999 bei der ATP-WM in Hannover das Halbfinale erreicht und am 4. Januar 2000 Platz vier der Weltrangliste erklommen zu haben. Doch der Niedersachse Kiefer ist nicht weniger stur und kompromisslos, was letztlich im Jahr der Olympischen Spiele von Sydney zum Bruch führte.
Inzwischen ist Kiefer auf Platz 41 des so genannten Champions Race abgerutscht. Rang zwei in Deutschland konnte er nur knapp gegen Rainer Schüttler (43.) behaupten. Dem sportlichen Absturz soll nun ein Höhenflug folgen. "Montag fliege ich nach Australien. Ich will topfit in die Saison und die Australian Open starten", so Kiefer.
Vorbereitung auf Melbourne
Heiligabend wird er im Flieger sitzen und Weihnachten unterm mitgebrachten Plastikbaum feiern. Schon in der ersten Januarwoche wird es wieder ernst. "In Adelaide geht´s los", erzählte Kiefer. Danach folgen Sydney (7. bis 13. Januar) und der erste Höhepunkt der Saison, das Grand-Slam-Turnier in Melbourne (14. bis 27. Januar).
Ohne Pause geht es für Kiefer und Haas, Schüttler und Prinosil weiter. In Zagreb steht vom 8. bis 10. Februar die erste Runde im Daviscup gegen Kroatien an. Die Premiere des neuen Kapitäns Michael Stich, der seine Akteure dann erstmals treffen wird. Denn nach Australien will der Teamchef nicht reisen - wie Kiefer-Mentor Brett.
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