Kiefer braucht vor US Open viel Spielpraxis: Kiefer und Prinosil siegen in Washington
zuletzt aktualisiert: 16.08.2000 - 12:05Washington/Montreal (dpa). Deutschlands Tennis-Profis haben knapp zwei Wochen vor Beginn der US Open in New York das Siegen doch noch nicht verlernt. Einen Tag nach den Erstrunden-Niederlagen von Rainer Schüttler und Lars Burgsmüller wurden die Olympia-Starter Nicolas Kiefer und David Prinosil beim mit 700 000 Dollar dotierten ATP- Turnier in Washington der Favoritenrolle in ihren Auftaktspielen gerecht.
Ebenfalls am Dienstag (Ortszeit) gelang Anke Huber beim mit 1,08 Millionen Dollar dotierten WTA-Turnier in Montreal mit einem hart erkämpften 4:6, 6:1, 6:4-Erfolg gegen die Französin Sarah Pitkowski nach 2:05 Stunden Spielzeit der Sprung ins Achtelfinale. Die Gegnerin für die Partie am Donnerstag wird zwischen Gala Leon Garcia (Spanien) und Amy Frazier (USA) ermittelt.
Der in Washington an Nummer drei gesetzte Kiefer besiegte den Argentinier Guillermo Coria auf dem Center Court nach schwachem Start am Ende noch klar mit 4:6, 6:3, 6:2 und zog damit nach einem Freilos in der ersten Runde bereits ins Achtelfinale ein. "Ich brauche Spiele, Spiele und nochmals Spiele", meinte Kiefer nach seinem zweiten Sieg im vierten Match unter der Regie seines neuen Trainers Sven Groeneveld.
Der an Nummer zwölf gesetzte Amberger David Prinosil gewann sein erstes Hartplatz-Match gegen den Tschechen Martin Damm mit 6:3, 6:3. Um dem spielfreien Kiefer ins Achtelfinale zu folgen, musste Prinosil am Mittwoch (Ortszeit) in der zweiten Runde den Italiener Laurence Tielemann ebenfalls aus dem Weg räumen.
Eine Woche nach seiner verletzungsbedingten Aufgabe beim Turnier in Cincinnati präsentierte sich Vorjahressieger Andre Agassi beim 6:2, 6:1 gegen den Brasilianer Fernando Meligeni in guter Verfassung. Nur 52 Minuten benötigte der US-Open-Champion aus Las Vegas für den Einzug ins Achtelfinale. Die Folgen der Rückenverletzung, die Agassi nach dem Wimbledon-Turnier bei einem Autounfall erlitten hatte, schienen den Turnierfavoriten am Dienstag nicht zu behindern.
Nicolas Kiefer waren die fehlende Matchpraxis und das mangelhafte Selbstvertrauen nach den Misserfolgen der vergangenen Zeit im Spiel gegen Guillermo Coria deutlich anzumerken. Mit 2:3 und 30:40 lag der beste deutsche Profi im zweiten Satz zurück, als ihm endlich ein Break gegen den 18-jährigen Rechtshänder gelang. Danach gewann Kiefer zehn der letzten zwölf Spiele. "Ich denke, ich habe großen Kampfgeist gezeigt", hob Kiefer das Positive an seinem Spiel hervor. Mit dem Sieg steigerte er seine Preisgeld-Einnahmen in diesem Jahr auf mehr als 350 000 Dollar. Im Achtelfinale trifft der Weltranglisten-27. aus Holzminden am Donnerstag auf Lorenzo Manta (Schweiz) oder Fernando Gonzalez (Chile).
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