Davis Cup: Siegchancen nur noch minimal: Kiefer und Prinosil verlieren
zuletzt aktualisiert: 06.04.2001 - 22:59s'Hertogenbosch (rpo). Das deutsche Daviscup-Team liegt nach den ersten beiden Einzeln in der Viertelfinal-Begegnung mit den Niederlanden 0:2 zurück. Nach Nicoals Kiefer, der gegen Jan Siemerink mit 3:6, 6:7 (5:7), 6:3 und 3:6 verlor, musste sich auch David Prinosil seinen Gegner geschlagen geben. Prinosil verlor mit 6:1, 6:3 und 7:6 glatt in drei Sätzen.
Haas verfolgte das wenig erbauliche Geschehen in der Brabant-Halle nur als Zuschauer, nachdem ihn Daviscup-Kapitän Carl-Uwe Steeb wegen der Folgen seiner Knöchelverletzung zunächst nicht aufgestellt hatte. Die Gastgeber konnten ihrerseits nicht auf den ehemaligen Wimbledonsieger Richard Krajicek und Sjeng Schalken zurück greifen. Schalken bestreitet wegen einer leichten Fußverletzung am Samstag lediglich das möglicherweise schon entscheidende Doppel mit Paul Haarhuis gegen Prinosil und den Oberhausener Jens Knippschild. Dort scheint der Einsatz von Haas nun aber ebenso nötig wie am Sonntag.
Kiefer machte mit der sechsten Daviscup-Pleite im achten Einzel-Einsatz einen denkbar schlechten Anfang. Er soll am Sonntag eigentlich auch das Schlusseinzel gegen Sluiter bestreiten. "Es wird derjenige spielen, der am besten drauf ist. Die Entscheidung liegt bei Charly", sagte Kiefer, der sich von Steeb mehr Engagement an der Seitenlinie wünschte.
Bei seiner ersten Niederlage gegen Siemerink kam Kiefer nicht mit dessen kompromisslosem Angriffsspiel zurecht. Der am Mittwoch 31 Jahre alt gewordene Niederländer, in der Weltrangliste nur die Nummer 83, wuchs auf dem schnellen Teppichboden über sich hinaus. Dem an Nummer 39 geführten Kiefer schien phasenweise völlig das Selbstvertrauen abhanden gekommen zu sein.
"Er hat großes Tennis gespielt, auch als es eng war. Ich habe nicht so schlecht gespielt, manchmal fehlte mir auch das Glück", befand Kiefer. Zu seiner schlechten Bilanz meinte er: "Man muss nicht alles gut oder schlecht reden. Ich habe Daviscup immer in persönlich schwierigen Phasen gespielt. Es werden auch bessere Zeiten kommen."
Vor knapp 9000 begeistert mitgehenden, aber stets fairen niederländischen Fans leistete der 23-Jährige erst ab dem Ende des zweiten Satzes nennenswerten Widerstand. Nachdem Kiefer seinen Aufschlag zum 3:5 abgegeben hatte, nahm er Siemerink erstmals dessen Service ab. Im Tie-Break vergab Kiefer jedoch eine 5:3-Führung und unterlag 5:7. "Das war der Knackpunkt", sagte Siemerink. Die Hoffnung auf eine Wende währte trotz des gewonnenen dritten Durchganges nur kurz. Kiefer ließ beim Stand von 1:3 im vierten Satz drei Chancen zum Rebreak ungenutzt und musste sich nach 2:54 Stunden beugen.
Prinosil wurde anschließend von Sluiter überrollt. Der Rotterdamer belegt in der Weltrangliste zwar nur Rang 102, war aber wie schon beim 4:1-Coup über Titelverteidiger Spanien in Höchstform. Mit seiner jeweils beidhändig geschlagenen Vor- und Rückhand hatte er gegen Prinosil nach nur einer Stunde die ersten beiden Sätze gewonnen. Der 28 Jahre alte Amberger verspielte im dritten Durchgang sogar eine 3:0-Führung mit drei Doppelfehlern zum Rebreak. Der 30. der Weltrangliste kassierte nach nur 1:57 Stunden seine zweite Niederlage gegen Sluiter und konnte sich nicht für den geplanten Auftritt am Sonntag gegen Siemerink empfehlen.
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