US-Open: Deutsche warten weiter auf Erfolgserlebnis: Kiefer verliert Krimi gegen Safin
zuletzt aktualisiert: 27.08.2002 - 23:14New York (rpo). Nach einem atemberaubenden Fünf-Satz-Krimi musste sich Nicolas Kiefer bei den US-Open dem Russen Marat Safin geschlagen geben.
Die deutschen Tennis-Profis rennen bei den US Open in New York weiter einem Erfolgserlebnis hinterher. Mit Nicolas Kiefer (Holzminden), Angelika Roesch (Berlin), Alexander Waske (Frankfurt) und Marlene Weingärtner (Leimen) sind am Dienstag drei weitere Deutsche in der ersten Runde des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres ausgeschieden. Kiefer unterlag bei der mit 16,1 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung dem US-Open-Sieger von 2000, Marat Safin aus Russland, in einem atemberaubenden Fünf-Satz-Krimi mit 3:6, 6:4, 6:4, 4:6, 6:7 (4:7).
Die 25-jährige Berlinerin Angelika Roesch kam bei ihrem US-Open- Debüt nicht über ein 6:7 (1:7), 3:6 gegen die Spanierin Cristina Torrens Valero hinaus. Auch Qualifikant Waske musste sich bei seinem ersten Auftritt in Flushing Meadows dem Argentinier Guillermo Coria mit 6:7 (4:7), 5:7, 2:6 beugen. Die Spanierin Conchita Martinez schlug Marlene Weingärtner glatt mit 6:2 und 6:1.
Aus den Top Ten qualifizierten sich die Belgierin Kim Clijsters mit einem 6:1, 6:0-Sieg über die Spanierin Cristina Martinez- Granados, Amelie Mauresmo (Frankreich) durch einen 6:3, 6:2-Erfolg über Iveta Benesova aus Tschechien und Carlos Moya (Spanien) durch ein 3:6, 6:4, 6:3, 7:6 (7:4) über den Rumänen Adrian Voinea ohne Mühe für Runde zwei.
Mit dem bitteren Aus nach viereinhalb Stunden und großem Kampf verpasste Kiefer die Revanche für eine schmerzliche Niederlage. Vor zwei Jahren hatte Safin ihn auf dem Weg zum Titel im Viertelfinale ausgeschaltet. Im Jahr von Kiefers höchster Weltranglisten- Platzierung (4) war dieses Duell erst im Viertelfinale möglich geworden. Inzwischen ist Kiefer nur noch an Position 64 im Champions Race notiert und bekam mit dem an Nummer zwei gesetzten Russen gleich zum Auftakt ein Hammerlos vorgesetzt.
Kiefers Angst vor einem Déja-Vu-Erlebnis begleitete ihn durch das Match. Gleich im ersten Satz verpasste er mehrere Break-Chancen und baute Safin damit auf. Doch als der Aufschlag des 1,93 Meter großen Russen schwächer wurde und er immer mehr Eigenfehler produzierte, nutzte Kiefer seine Chance. Auf dem Centre Court im Arthur-Ashe- Stadion entwickelte sich ein leidenschaftliches Spiel, in dem beide keinen Ball verloren gaben und mit artistischen Einlagen das Publikum begeisterten.
Obwohl sich Kiefer im dritten Satz wegen Blasen an seinem linken großen Zeh behandeln lassen musste, hielt er durch. Im vierten Satz jedoch gab er den entscheidenden Break zum 4:6 und damit letztendlich auch das Spiel ab. Humpelnd und geplagt von Muskelschmerzen zog er im finalen Durchgang den kürzeren. Nachdem er im Tiebreak sogar zusammen gebrochen war, wehrte er noch Safins ersten Matchball ab, bevor er sich geschlagen geben musste.
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