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Handball
Kiel fährt mit Fünf-Tore-Polster nach Barcelona

Düsseldorf. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League setzt sich der Handball-Bundesligist unerwartet mit 29:24 durch.

Vielleicht hält die Serie ja doch. Bis 2009 wurde der Sieger der Champions-League-Sieger in Hin- und Rückspiel ermittelt. Seit 2010 treffen sich die besten vier Mannschaften in Köln - und seitdem war immer mindestens ein Handball-Bundesligist dabei. Doch die Konkurrenten haben mächtig aufgerüstet. Kein Bundesligist in Köln - das schien denkbar.

Seit gestern Abend herrscht wieder etwas größere Zuversicht. Der THW Kiel setzte sich in eigener Halle überraschend mit 29:24 gegen Titelverteidiger FC Barcelona durch. Eine solides, aber längst kein beruhigendes Polster fürs Rückspiel am kommenden Samstag. Am Tag zuvor hatte sich die SG Flensburg-Handewitt beim 28:28 in eigener Halle gegen das polnische Spitzenteam Kielce in der Schlussphase eine bessere Ausgangsposition für das Rückspiel vermasselt. Die Rhein-Neckar Löwen, nach dem 33:19 gegen Lemgo in der Liga weiter auf Kurs zum ersten Titelgewinn, waren im Viertelfinale überraschend an Zagreb gescheitert.

Der ersatzgeschwächte Rekordmeister Kiel zeigte gegen den Gast mit den Ex-Kielern Gudjon Valur Sigurdsson, Wael Jallouz und Filip Jicha. Jicha vor allem in der Abwehr eine überragende Leistung. "Wir sind krasser Außenseiter - milde ausgedrückt", hatte Trainer Alfred Gislason vor der Partie behauptet. Kein Wunder nach dem schwachen Auftritt vier Tage zuvor beim Abstiegskandidaten Balingen-Weilstetten (22:22).

Die besten Torschützen der Gastgeber waren Dominik Klein (9), der im Sommer nach Nantes wechselt, und Juan Canellas (6), der den Verein Richtung Skopje verlässt. Torhüter Niklas Landin parierte viele Würfe in großer Manier. Ein halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss feierte Kreisläufer Patrick Wiencek sein Comeback - und überragte.

Respekt ja, Angst nein - so etwa war die Gemütslage bei den Handballern der SG Flensburg-Handewitt. Holger Glandorf (erzielte elf Treffer) und Co. wissen, dass im Rückspiel am Mittwoch beim polnischen Meister eine schwierige, aber keinesfalls unlösbare Aufgabe auf sie wartet. "Das Ergebnis lässt alles offen", sagte Glandorf. Beim Stand von 22:19 nach 42 Minuten schienen die Flensburger das Spiel im Griff zu haben. Doch die clever aufspielenden Polen ließen nicht locker. "Wir hatten die Möglichkeit zu gewinnen", haderte der Flensburger Trainer Ljubomir Vranjes mit dem Remis. "Aber jetzt freuen wir uns auf die Herausforderung in Kielce." Nur drei Tage später wartet dann das Halbfinale im deutschen Pokal - in Hamburg gegen Rhein-Neckar.

(cze/dpa)
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