Köber Hoffnungsträger: Kleine deutsche Staffel zur WM nach Belfast
zuletzt aktualisiert: 01.06.2001 - 11:34Schwerin (rpo). Sebastian Köber ist Schwergewichtler aus Frankfurt an der Oder und will bei den am Sonntag beginnenden 11. Weltmeisterschaften im Amateur-Boxen in Belfast den Thron im Schwergewicht besteigen. "Ich möchte Weltmeister werden. Dafür habe ich hart trainiert", bekräftigte der Olympia-Dritte seine Ambitionen.
Sollte sie der Schützling von Trainer Karl-Heinz Krüger in die Tat umsetzen können, wäre er der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit 1932. Vor 65 Jahren knockte Max Schmeling den Amerikaner Joe Louis aus und legte damit den Grundstein für seine inzwischen legendäre Berühmtheit.
Dass Schmeling seine Fäuste als Profi schwang und sein potenzieller Nachfolger noch bei den Amateuren zu Hause ist, stört die heutige Box-Generation kaum. Beide Lager lechzen nach einem Titel in der Königsklasse. Nur der ließe sich entsprechend vermarkten. Und so haben sich für die ersten Weltmeisterschaften im nacholympischen Zyklus einige Kamera-Teams angemeldet, um den vermeintlichen neuen Stern am deutschen Profi-Box-Himmel zu beobachten. Schließlich machte der Umworbene selbst keinen Hehl daraus, bei einem WM-Triumph Leibchen und Kopfschutz ablegen zu wollen.
Außer Köber kaum Medaillenkandidaten
Noch aber ist es nicht soweit. "Natürlich wäre ein Erfolg gerade im Schwergewicht unerhört wichtig für unser Image. Aber auch Sebastian Köber muss seine Qualitäten erst wieder unter Beweis stellen", warnte der neue Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) Paul Forschbach (Ernsgaden) vor verfrühter Euphorie. Der 71-jährige Bayer führt die seit der deutschen Wiedervereinigung kleinste WM-Staffel in den Ring von Belfast. Nur acht Boxer, darunter vier WM-Debütanten, konnten sich bei Chef-Bundestrainer Helmut Ranze (Worms) für eine Nominierung empfehlen.
Echte Medaillenkandidaten sind außer Köber, der sich im März beim Chemiepokal mit einem Sieg über die Weltelite nachhaltig hervortat, kaum darunter. Auch der WM-Dritte von 1999 Ali Ahraoui (Wiesbaden/Halbwelter) und das "ewige Talent" Steven Küchler (Halle/Welter), die beide schon vor zwei Jahren in Houston dabei waren, sind keine sicheren Bänke. Das weiß auch Forschbach. "Wir befinden uns mitten im Umbruch. Nach den Weltmeisterschaften wird es noch einmal einen Schnitt geben. Dann gehen wir mit einem ganz eng gefassten Kreis perspektivisch die Olympischen Spiele 2004 an", erläuterte der DBV-Chef seine Vorstellungen.
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