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Wolfsburg
Köln holt Punkt in Wolfsburg mit Torhüter Nummer drei

Wolfsburg. Viel zu tun bekam Sven Müller bei seiner Bundesliga-Premiere nicht. Vielleicht zog der Sportdirektor des 1. FC Köln, Jörg Schmadtke, nach dem 0:0 beim VfL Wolfsburg auch deshalb den Vergleich zum sonstigen Betätigungsfeld des 20-Jährigen. "Er hat so gespielt, als ob Regionalliga wäre, also alles in Ordnung", sagte Schmadtke, früher selbst ein überdurchschnittlich guter Bundesliga-Keeper.

An guten Fußball-Torhütern mangelt es den Kölnern nicht. Da Stammtorwart Timo Horn und Ersatzmann Thomas Kessler verletzt ausfielen, musste Müller ran. Alle drei sind gebürtige Kölner. "Er ist von Natur aus ein sehr selbstbewusster junger Mann", sagte Innenverteidiger Mergim Mavra, Kölns Bester in Wolfsburg. Bereits nach gut drei Minuten war ein möglicher Rest an Nervosität verflogen, als Müller einen harmlosen Schuss von VfL-Starstürmer Mario Gomez entschärfte. Von da an wurde es ein entspannter Nachmittag.

"Er hat gespielt." Wer wollte, konnte bei diesem etwas unbedacht geknurrten Fazit von Dieter Hecking zum Bundesliga-Comeback von Gomez einen süffisanten Unterton raushören. Mehr sagte der Trainer erstmal nicht. So abschätzig, wie es im ersten Moment vielleicht klang, war es nicht gemeint. Im Grunde traf Hecking bei seiner Einschätzung seines wichtigsten Sommer-Einkaufs aber den Punkt. Gomez spielte mit, auffällig war er in seinem ersten Pflichtspiel seit zwei Monaten nach seiner Verletzung im EM-Viertelfinale gegen Italien nicht. Zwei Torschüsse in 90 Minuten brachte er zustande. "Es war klar, dass das kein Feuerwerk wird", meinte Gomez nach seinem ersten Bundesligaspiel seit 1211 Tagen. "Wir wissen, dass wir noch viel zu tun haben", urteilte der 31-Jährige.

Der VfL Wolfsburg befindet sich im Umbruch. Sieben Spieler standen in der Startformation, die in der vergangenen Saison nicht zum Stamm zählten oder neu sind. "Wir müssen noch zueinander finden", sagte Yannick Gerhardt, der gegen seine bisherigen Club-Kameraden genauso blass wie Gomez blieb. Und so analysierte Hecking treffsicher: "Es war wie mit der Mannschaft. Für beide gilt: Ist noch ausbaufähig."

(dpa)
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