Erneute Niederlage für den Basketball-Meister: Köln mit Energieleistung in Berlin
zuletzt aktualisiert: 10.11.2001 - 22:53Berlin (rpo). Das "Familienduell" ging an Vater Svetislav Pesic: Sein Team RheinEnergy Cologne hat beim amtierenden Meister Alba Berlin - mit Sohn Marco Pesic - mit 76:85 (47:39) gewonnen. Damit unterstrich der Bundesliga-Neuling seine Ambitionen auf den Titel.
Die Kölner, in deren Reihen vier frühere "Albatrosse" spielen, holten damit den sechsten Sieg in Folge und schoben sich am achten Spieltag in der Tabelle vor den Champion der letzten fünf Jahre, der nun bereits drei Niederlagen und damit mehr als in der gesamten letzten Saison kassiert hat.
Derweil behaupteten die Bayer Giants Leverkusen durch ein 84: 69 (56:35) gegen TSK Bamberg mit jetzt 12:2 Punkten die Tabellenspitze vor Köln (12:4) und den Skyliners Frankfurt (10:2), die am Sonntag gegen Liga-Schlusslicht StadtSport Braunschweig antreten. Berlin (10:6) ist Vierter.
Am Abend gewannen die EWE Baskets Oldenburg das Kellerduell gegen den Mitteldeutschen BC mit 81:64 (42:24). Den dritten Heimsieg feierte Avitos Gießen trotz eines 35:36-Rückstandes zur Pause beim souveränen 87:59-Erfolg gegen Brandt Hagen. Im Mittelfeld rückte Avitos Gießen durch das 87:59 (35:36) gegen Brandt Hagen nach Punkten (beide nunmehr 8:8) zum Tabellensechsten aus Hagen auf. Die DJK s. Oliver Würzburg leistete sich mit 73:80 (39:42) eine Heimpleite und damit die vierte Niederlage in Folge gegen den Tabellenvorletzten WiredMinds Tübingen, der sich damit auf Platz elf verbesserte.
"Berlin ist meine Stadt und zu Hause will man immer gewinnen", hatte der 52-jährige Pesic, der Alba 1993 nach dem sensationellen EM-Gewinn mit Deutschland übernommen und zum Korac-Cup-Sieg (1995) sowie vier Meistertiteln (1997-2000) und zwei Pokalsiegen (97 und 99) geführt hatte, angekündigt. "Wir müssen zeigen, wer Chef im Ring ist", hatte sein Sohn Marko Pesic gekontert, der trotz einer Schulterverletzung für Alba auflief.
Emotionale Partie in Berlin
Entsprechend emotional und hektisch ging es vor 8500 Zuschauern in der ausverkauften Schmelinghalle zur Sache. Beide Teams agierten mit der von Pesic geprägten, aggressiven Defense und die Führung wechselte im ersten Durchgang gleich 15 Mal. Erst nach 15 Minuten konnten sich die Kölner, die mit den ehemaligen Berlinern Vladimir Bogojevic (21), Sasa Obradovic, Stephen Arigbabu sowie Drazan Tomic agierten, etwas absetzen. Verantwortlich war dafür jedoch ein anderer. Der US-Amerikaner C.C. Harrison erzielte in der ersten Halbzeit 14 Punkte (insgesamt 18).
Die Berliner kamen am Ende des dritten Viertels mit einem 14: 2-Zwischenspurt zurück, wovon Trainer-Sohn Pesic (16) sieben Zähler zum 62:65 erzielte. Nach einem unsportlichen Foul von Obradovic (14) an Wendell Alexis gingen die Hausherren, bei denen neben Pesic Spielmacher Derrick Phelps (15) besonders treffsicher war, neun Minuten vor der Schlusssirene sogar vorübergehend noch einmal knapp in Führung. Am Ende jedoch waren die Kölner nervenstärker.
Beste Werfer für Tabellenführer Leverkusen waren Darnell Mee und John Best mit jeweils 20 Punkten.
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