DEL: Favoriten verlieren: Kölner Haie wieder mit Biss
zuletzt aktualisiert: 27.01.2002 - 21:05Neuss (rpo). Die Kölner Haie sind wieder da. Nach dem Rauswurf von Lance Nethery bestanden die Domstädter unter der Leitung des bisherigen Co-Trainers Rich Chernomaz die Feuertaufe an der ausverkauften Brehmstraße. Im 149. rheinischen Derby bei der Düsseldorfer EG siegten die Haie mit 3:0 (0:0, 3:0, 0:0) und vermieden den Sturz auf Tabellenrang neun, der nicht mehr zur Playoff-Teilnahme berechtigt.
Die Spitzenteams gingen am Sonntag überraschend leer aus. Die Krefeld Pinguine rutschten bei den Schwenninger Wild Wings mit 2:5 aus, bleiben aber Tabellenführer, weil Adler Mannheim beim 3:4 im Spitzenspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers ebenfalls drei Punkte abgab. Der Titelverteidiger aus der Kurpfalz ist nach vier Niederlagen hintereinander nur noch zwei Zähler besser als die München Barons, die das bayerische Derby bei den Augsburger Panther nach Penaltyschießen mit 3:2 gewannen und mit einem Sieg im Nachholspiel am Dienstag bei den Frankfurt Lions als Spitzenreiter in die Olympia-Pause gehen können.
Im Kampf um die Playoff-Teilnahme verpassten die Kassel Huskies die Rückkehr auf den achten Rang. Nach einer 3:0-Führung gaben sie beim 4:3-Penaltysieg bei den Eisbären Berlin einen Zähler ab. Mit dem 2:1 gegen die Revier Löwen Oberhausen wahrten die Hannover Scorpions ihre Playoff-Chance. Im Kampf um den Klassenerhalt schöpfen die Iserlohn Roosters nach dem 5:3 gegen die Frankfurt Lions wieder Hoffnung. Auch die Moskitos Essen haben offenbar noch nicht resigniert: Mit dem 5:2 beendeten sie die Erfolgsserie der zuletzt vier Mal siegreichen Berlin Capitals.
Haie von Beginn an aggressiv
Im mit 10.285 Zuschauern im ausverkauften Eisstadion an der Düsseldorfer Brehmstraße stimmten die DEG-Fans beim ersten Bully des Eishockey-Klassikers mit Siegesgesängen ("Die Nummer eins sind wird") auf Erfolgskurs ein, doch Grund zum Jubeln hatte nur der engagiert, hochmotiviert und aggressiv aufspielende Erzrivale aus Köln. Im zweiten Drittel besiegelten Toni Porkka (23. Minute), Dwayne Norris (36.) und Alex Hicks (40.) das Ende der DEG-Erfolgsserie von zuletzt acht Siegen in Folge. Die DEG scheiterte scheiterte serienweise am glänzenden Kölner Schlussmann Chris Rogles.
"Wir haben uns heute mit Stolz und Würde aus der Affäre gezogen", sagte Haie-Coach Chernomaz nach seinem gelungenen Einstand zwei Tage nach der 2:4-Heimpleite gegen die Augsburger Panther, die zur Entlassung von Trainer und Manager Nethery geführt hatte. Die Trennung von Nethery, der nach drei Meisterschaften mit Adler Mannheim 1999 nach Köln kam und einen Vertrag bis 2005 besitzt, dürfte den Haien teuer zu stehen kommen. Angeblich steht dem Kanadier bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung eine Abfindung von 900 000 Euro zu.
Chernomaz werde bis Saisonende in den Spielbetrieb eingebunden, sagte Haie-Geschäftsführer Holger Rathke. Als Dauerlösung sind allerdings andere im Gespräch. Hans Zach, der sich zum Saisonende aus Kassel verabschiedet, ist ein Kandidat, auch wenn Rathke abwiegelt: "Zach und Köln - das ist eine Konstruktion, die nicht zu Stande kommen wird". Auch Peter Draisaitl, früherer Kölner Stürmer und zuletzt in Oberhausen Cheftrainer, ist im Gespräch. In Kassel bahnt sich derweil eine Lösung in der Trainerfrage an. Greg Poss von den Iserlohn Roosters gilt nach einem Gespräch mit Huskies- Manager Joe Gibbs als heißer Anwärter auf die Nachfolge von Bundestrainer Zach.
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