Patrik Sinkewitz erklettert Tagessieg: Königs-Etappe: Ullrich stößt an seine Grenzen
zuletzt aktualisiert: 02.06.2004 - 16:47St. Anton (rpo). Auf dem Plan der Deutschland-Tour stand heute die Königs-Etappe. Jan Ullrich hat die schwere Bergtour nicht gewonnen, er musste in den österreichischen Alpen einem Fuldaer den Tagessieg überlassen. Dennoch zeigte er sich zufrieden.
Nach 166,6 km und zwei Bergen der ersten Kategorie hatte der 30-Jährige als Zwölfter im Ziel in St. Anton am Arlberg 1:14 Minuten Rückstand auf Tagessieger Patrik Sinkewitz aus Fulda, der zugleich das Gelbe Trikot des Spitzenreiters übernahm.
"Ich wusste vorher, dass mir noch etwas fehlt, um ganz vorne zu sein, ich bin auf jeden Fall zufrieden", erklärte Ullrich. In der Gesamtwertung belegt der Olympiasieger 18 Sekunden hinter der Spitze den dritten Platz. Zweiter mit elf Sekunden Rückstand hinter Sinkewitz ist der Tscheche Jan Hruska.
Sinkewitz hatte sich gemeinsam mit Francisco Mancebo 10 km vor dem Ziel abgesetzt und den Spanier schließlich im Spurt bezwingen können. "Ich habe schon gehofft, beim Ausgang der Etappe eine Rolle spielen zu können, aber dass es sogar zum Sieg gereicht hat, ist natürlich traumhaft", erklärte der 23-Jährige vom belgischen Quick-Step-Team überglücklich.
Fünf Fahrer hatten 12 km vor dem Ziel attackiert
Fünf Fahrer hatten 12 km vor dem Ziel attackiert und damit die Spitzengruppe "gesprengt". Kurz darauf ließen Sinkewitz und Mancebo auch ihre Mitausreißer Andreas Klöden (Cottbus/Tagesvierter), Igor Gonzales de Galdeano (Spanien/5.) und Jens Voigt (Berlin/7.) stehen. Auch Ullrich konnte dem plötzlichen Antritt nicht folgen und verlor auf den verbleibenden 5 km bis zum Arlbergpass 1:25 Minuten, bevor er auf der anschließenden Abfahrt noch einige Sekunden aufholen konnte.
Dennoch war sein persönlicher Betreuer Rudy Pevenage zufrieden: "Jan hat in den letzten Wochen sehr fleißig gearbeitet, ihm fehlt aber noch die Spritzigkeit, um so einem Angriff zu folgen. " Der Belgier hatte seinen Schützling seit Ende April fast permanent im Training begleitet.
In einer rund 40 Fahrer zählenden Spitzengruppe hatte Ullrich die erste schwere Bergprüfung am Faschinajoch (1486 m) in Angriff genommen. Auf dem Weg zu der Kategorie-1-Wertung 70 km vor dem Ziel konnten die besten Kletterer schon einen Vorsprung von neun Minuten auf das große Feld herausholen, der danach weiter anwuchs. Zu denen, die in der 12,5 km langen Steigung alle Chancen auf den Gesamtsieg einbüßten, gehörte Ullrichs Teamkollege Alexander Winokurow. Der Kasache verlor ebenso den Anschluss wie der bisherige Spitzenreiter Michael Rich.
"Klar, dass Michael das Gelbe Trikot nicht verteidigen würde"
"Es war klar, dass Michael das Gelbe Trikot nicht verteidigen würde. Mit dieser schweren Etappe hat die Rundfahrt noch einmal neu begonnen", erklärte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. Sinkewitz setzte sich auch in der Wertung des besten Bergfahrers an die Spitze, das rot gepunktete Trikot wird aber zunächst Mancebo als Zweiter der Sonderwertung tragen.
Entscheidende Verschiebungen in der Berg- oder Gesamtwertung wird es am Donnerstag auf dem vierten Teilstück nicht geben. Am Ende der 181,4 km zwischen Bad Tölz und Landshut dürften stattdessen die Sprinter wieder die Chance auf einen Etappensieg bekommen. Zwar ist das Profil auf der Fahrt durch das Inntal etwas wellig, am Ende geht es aber 10 km bergab - ideal für einen Massenspurt.
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