French Open: Viel Mühe für den Titelverteidiger: Kuerten wehrt Matchball ab und siegt - Auch Hingis weiter
zuletzt aktualisiert: 03.06.2001 - 19:10Paris (rpo). Der Titelverteidiger der French Open, Gustavo Kuerten, hat in Paris gerade noch den Kopf aus der Schlinge gezogen und gegen Laufwunder Michael Russel sogar einen Matchball überlebt. Nach einem Fünfsatz-Drama bezwang der 24-jährige Brasilianer den amerikanischen Qualifikanten (122. der Weltrangliste) 3:6, 4:6, 7: 6, 6:3, 6:1 und zog als erster Spieler ins Viertelfinale ein.
Der 23 Jahre alte Russell ist derzeit nur die Nummer 136 im Champions Race und verpasste im dritten Satz bei 5:3 und eigenem Aufschlag mit zu ängstlichem Spiel die Sensation. Erst nach knapp dreieinhalb Stunden hatte Kuerten den Widerstand von Russell gebrochen. Der 24-Jährige kniete unter dem Jubel von 10 000 Fans auf dem Court Central nieder und dankte für die Unterstützung. "Ich habe etwas gefühlt, das man nicht jeden Tag fühlt. Ich war eigentlich schon ausgeschieden.
Das Publikum hat mir zurück ins Spiel geholfen, als ich selbst nicht daran geglaubt habe", sagte Kuerten nach dem Duell bei Temperaturen um nur 15 Grad und unangenehmem Wind. Russell trauerte seinem vergebenen Matchball nach: "Ich dachte: Das ist ja auf einmal ein Matchball. Du hoffst dann auf einen Fehler des Gegners. Den hat er nicht gemacht."
Kuerten trifft nun auf den 1996 in Paris erfolgreichen Russen Jewgeni Kafelnikow. Der Olympiasieger hatte beim 6:3, 6:4, 1:6, 6:4 über den Spanier Tommy Robredo wesentlich weniger Mühe. Kafelnikow und Kuerten standen sich auch 1997 und voriges Jahr in der Runde der letzten Acht gegenüber. In beiden Partien behielt Kuerten die Oberhand und holte sich danach jeweils auch den Titel.
Der Sieges dieses Spieles könnte im Halbfinale auf Mitfavorit Juan Carlos Ferrero aus Spanien treffen. Der 21-Jährige machte beim 6:2, 6:4, 6:2 über den Schweden Thomas Enqvist kurzen Prozess. Sein nächster Kontrahent wird zwischen dem australischen Jungstar Lleyton Hewitt und dem Argentinier Guillermo Canas ermittelt.
Bei den Damen gaben sich die verbliebenen Favoritinnen keine Blöße. Titelverteidigerin Martina Hingis gewann trotz des ersten Satzverlustes 6:1, 2:6, 6:2 gegen Sandrine Testud und feierte im 15. Aufeinandertreffen den 15. Sieg gegen den Französin. Nächste Gegnerin ist die Italienerin Francesca Schiavone.
Australian-Open-Siegerin Jennifer Capriati gewann das US-Duell gegen Hamburg-Finalistin Meghann Shaughnessy 7:5, 6:1. Im Viertelfinale könnte es zum Duell gegen US Open-Siegerin Serena Williams kommen. Sollte Hingis das Halbfinale erreichen, wäre die Gewinnerin dieser Partie ihre Gegnerin.
In der unteren Hälfte des Tableaus ist Belgien durch Kim Clijsters und Justine Henin gleich doppelt vertreten. Henin muss nach dem 6:3, 6:4 gegen die Österreicherin Barbara Schett gegen die 17 Jahre alte Russin Lina Krasnorutskaja antreten. Clijsters bekommt es mit der ungarischen Qualifikantin Petra Mandula zu tun.
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