Topfavoritin Hingis locker ins Achtelfinale: Lamade rettet "deutschen Tag"
zuletzt aktualisiert: 09.05.2000 - 19:27Berlin (dpa). Ausgerechnet Qualifikantin Bianka Lamade hat den "deutschen Tag" bei den mit 1,08 Millionen Mark dotierten German Open der Tennis-Damen gerettet und mit ihrem 6:1, 6:3-Sieg über Irina Spirlea für eine Riesenüberraschung gesorgt. Die 17-jährige Berlin- Debütantin steht nun als einzige Deutsche neben Anke Huber in der zweiten Runde und trifft dort am Mittwoch auf die Belgierin Sabine Appelmans.
Das Feld der deutschen Teilnehmerinnen bei den mit 1,08 Millionen Dollar dotierten German Open in Berlin lichtet sich. Nach der deutschen Meisterin Martina Müller (Hannover) schieden am Dienstag auch die Fedcup-Spielerinnen Barbara Rittner (Leverkusen, Foto) und Andrea Glass (Benrath) aus. Lokalmatadorin Marlene Weingärtner bekam das Berliner Publikum im Einzel gar nicht erst zu Gesicht, sie zog kurz vor ihrem Auftaktmatch gegen Sabine Appelmans (Belgien) wegen eines grippalen Infekts zurück. Mit Martina Hingis aus der Schweiz und Conchita Martinez aus Spanien stehen die Siegerinnen der vergangenen zwei Jahre indes bereits im Achtelfinale.
Die Titelverteidigerin und Weltranglisten-Erste machte mit ihrer Landsfrau Emmanuelle Gagliardi beim 6:2, 6:2 kurzen Prozess. Das Match gegen ihre Fedcup-Kollegin dauerte nur eine knappe Stunde, und Hingis war sehr zufrieden: "Ich habe schon 4:0 geführt und das Break nur zugelassen, weil ich auch noch ein bisschen probieren wollte. Der Sieg von Hamburg hat mich gestärkt und ich hoffe, dass ich auch hier gewinnen kann." Martinez profitierte von einer Oberschenkel- Verletzung bei Sylvia Plischke. Die Österreicherin gab auf, nachdem sie den ersten Satz sang- und klanglos mit 0:6 verloren hatte.
Glass wurde von Corina Morariu in nur 44 Minuten mit 6:1, 6:0 abgefertigt. Tränenüberströmt nahm sie die Demontage hin. So klar hatte sie in den vorangegangenen drei Vergleichen noch nie gegen die Amerikanerin verloren. Barbara Rittner erging es beim 1:6, 4:6 gegen Chanda Rubin (Foto unten) zur gleichen Zeit auf dem Center Court ähnlich. Nur ein Mal ging die auf Weltranglistenplatz 99 notierte deutsche Nummer zwei aus Leverkusen in Führung.
Doch selbst nach dem 4:3 im zweiten Satz konnte sie das Erstrunden-Aus nicht mehr abwenden. "Der erste Satz war eine Katastrophe", kommentierte die 27-Jährige unumwunden ihren Auftritt. Zwar machte ihr der seit Dezember 1998 zwei Mal operierte rechte Fuß keine Probleme, dafür plagt sich die 27-Jährige derzeit mit einer heftigen Bronchitis.
Die Hoffnungen der Gastgeber in der ersten Runde ruhen nun nur noch auf der Qualifikantin Bianca Lamade aus Pforzheim, die am Dienstag Nachmittag auf die Rumänin Irina Spirlea trifft. Anke Huber greift erst in der zweiten Runde ins Geschehen ein. Ihre Gegnerin ist nach einem 6:3, 6:3-Erfolg über Nadejda Ostrowskaja (Weißrussland) die Spanieren Angeles Montolio.
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