Nach neuerlicher Dopingaffäre: Lampre setzt Rumsas vor die Tür
zuletzt aktualisiert: 12.06.2003 - 11:07Rom (rpo). Nach den nun nachgewiesenen Doping-Vorwürfen gibt es für den Litauer Raimondas Rumsas keine Zukunft mehr beim italienischen Radrennstall Lampre.
Der Drittplatzierte der Tour 2002 wurde nach seinem positiven Test auf das Blutdopingmittel EPO beim Giro d'Italia vorerst suspendiert. "Wir fühlen uns betrogen. Wenn die Gegenanalyse die A-Probe bestätigt, wird er nie wieder für uns fahren", meinte Teammanager und Ex-Weltmeister Giuseppe Saronni.
"Wir sind alle bitter enttäuscht. Vom Arzt bis zum Masseur, wir haben alle versucht die letztjährige Geschichte hinter uns zu lassen", sagte der WM-Champion von 1982 weiter. Im Vorjahr war Rumsas zum Abschluss der Tour bereits in einen Doping-Skandal verwickelt. Seine Frau Edita wurde in der Nähe des Mont-Blanc-Tunnels mit etlichen Dopingpräparaten (Cortikoide, Testosterone und EPO) im Wagen festgenommen worden. Daraufhin war sie zweieinhalb Monate wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel inhaftiert worden, ehe sie gegen eine Kaution in Höhe von 20.000 Euro wieder frei kam.
Die gefundenen Substanzen sollen nach Angaben von Raimondas Rumsas für die Schwiegermutter bestimmt gewesen sein. Der Lampre-Fahrer entkam damit einer Strafe, auch die zunächst ausgesprochene Suspendierung durch das Team wurde wieder aufgehoben. Rumsas, der in Litauen sogar zum Sportler des Jahres gewählt wurde, verlängerte gar seinen Vertrag und fuhr beim diesjährigen Giro auf den sechsten Gesamtplatz vor.
Eine Einladung für die Tour hatte das Team dagegen nicht erhalten. Für Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc war ein Start von Rumsas in Folge der Dopingaffäre um seine Frau kein Thema mehr.
Rumsas ist seit 1996 Radprofi. Nachdem er zunächst für kleinere polnische Teams gefahren war, wechselte er vor drei Jahren zum Lampre-Team. Insgesamt 26 Profisiege verbuchte der 31-Jährige in seiner Karriere, darunter der Erfolg bei der Lombardei-Rundfahrt im Jahre 2000.
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