Silbermedaille als Bewerbungsschreiben: Lang will jetzt Rad-Profi werden
zuletzt aktualisiert: 10.10.2001 - 14:50Lissabon (rpo) Nach seiner überraschenden Silbermedaille bei der Rad-Weltmeisterschaft in Lissabon hat Sebastian Lang neue Pläne. Der Zeitfahrer möchte nun unbedingt Profi werden, der zweite Rang soll dabei sein Bewerbungsschreiben sein.
Sollte dies dem nachwuchsfahrer nicht gelingen, soll es für den langen Erfurter mit klaren Vorstellungen auch ganz schnell in eine andere Richtung gehen: "Dann studiere ich Werbe-Design, heirate, gründe eine Familie und höre mit dem Radsport auf."
Die Chancen für diese Zukunftsplanung stehen nach dem spektakulären Auftritt des 22-Jährigen in Lissabon allerdings schlecht, obwohl seine bisherigen Bewerbungen ins Leere gingen. "Ich hatte Sportgruppen in Deutschland, Italien und der Schweiz angeschrieben - und bisher nur Absagen kassiert. Wenn ich in den nächsten zwei bis vier Wochen nichts finde, höre ich auf", sagte Lang, dem Bundestrainer Peter Weibel ein exzellentes Zeugnis ausstellte.
"Er ist nicht nur ein außerordentlicher Zeitfahrer, sondern kann für Profiteams auch bei Vorbereitungen von Sprints sehr wertvoll sein", sagte Weibel, der sich auch noch ein Mal für Lang verwenden will, obwohl viele "Etats in den Teams bereits vergeben" seien. Bei ersten Anfragen reagierte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage am Dienstag in Lissabon eher zurückhaltend: "Wir haben bereits 25 Fahrer."
Das Team Gerolsteiner, in der kommenden Saison ebenfalls Aufsteiger in den exklusiven Kreis der Erstliga-Teams, steht auf Langs Wunschliste der möglichen Arbeitgeber ganz oben. Trotz einer ersten Absage nach Bronze bei der Europameisterschaft stehen die Chancen jetzt nicht schlecht. "Wir haben noch Plätze frei. Wir überlegen uns die Sache noch ein Mal. In den nächsten Wochen werden wir entscheiden", sagte am Mittwoch in Lissabon Ex-Profi Rolf Gölz, seit zwei Jahren sportlicher Leiter bei Gerolsteiner.
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