Golf: 64. Masters-Turnier in Augusta: Langer nach 71er-Runde zum Auftakt Fünfter
zuletzt aktualisiert: 07.04.2000 - 12:40Augusta (sid). Bernhard Langer auf Platz fünf in Lauerstellung, Tiger Woods als Bruchpilot und ein US-Nobody namens Dennis Paulson an der Spitze: Der Auftakt des 64. Masters machte dem Ruf Augustas als schwerstes Golfturnier der Welt alle Ehre. "Es war brutal. Die Änderungen am Kurs und der böige Wind haben höchste Anforderungen an alle gestellt, deshalb bin ich sehr zufrieden," sagte Langer, der nach seiner 71er-Runde als Fünfter drei Schläge Rückstand auf den 37 Jahre alten Masters-Debütanten Paulson hat. Von seinem Siegertipp Woods wollte Langer trotz dessen missratener Auftaktrunde nicht abrücken: "Er liegt sieben Schläge hinter der Spitze. Sowas ist für einen wie ihn locker aufzuholen."
Es sollte der Tag des Tiger Woods werden, doch als dieser am zwölften Loch den Ball ins Wasser setzte und konsterniert seinen ersten Triple Bogey (drei über Par) nach 541 gespielten Löchern verbuchte, konzentrierte sich das Interesse erstmal auf andere. Dass am Ende "Greenhorn" Paulson vorne stand, der sich nur aufgrund der neuen Einladungsregeln des "Augusta National Golf Club" für das erste Major Turnier des Jahres qualifizieren konnte, überraschte den Kalifornier selbst am meisten: "Vielleicht war es ganz gut, dass ich ohne jegliche Erfahrung nach Augusta angereist bin. So wusste ich nicht, was mir hier blüht."
Eine Einschätzung, die Bernhard Langer durchaus nachvollziehen konnte, obwohl er selbst es an diesem Tag anders empfand: "Manchmal steht einem zu viel Erfahrung im Weg, aber mir haben meine 17 Masters-Teilnahmen heute geholfen." Der zweifache Augusta-Gewinner, dessen erster Arbeitstag mit einem Drive in den Bunker wenig verheißungsvoll begann, hatte mit den höheren Roughs und den aus allen Richtungen wehenden Winden erstaunlich wenig Probleme und äußerte hinterher einen durchaus ernst gemeinten Wunsch: "Hoffentlich stürmt es morgen wieder, da bin ich am besten drauf. Bei schönem Wetter kann jeder gut spielen."
Langer begann äußerst vorsichtig und konnte sich auf den vorderen Neun kaum Birdie-Chancen erarbeiten. Doch ein sensationeller zweiter Schlag am 13. Loch, der wenig später zu einem umjubelten Eagle führte, und der ständige Blick auf das Leaderboard ließ den "alten Fuchs" schnell realisieren, dass an diesem Tag mehr möglich war als der von ihm im Vorfeld des Turniers als realistisch eingeschätzte Platz im Mittelfeld.
"Jetzt ist es wichtig, dass ich am Freitag diese Leistung bestätige," meinte der Schwabe nach einer Mammutrunde von fünf Stunden und 20 Minuten. Den Favoritenkreis sieht er nicht auf den führenden Paulson sowie die auf Rang zwei und drei liegenden Tom Lehman (USA/69 Schläge) und Sergio Garcia (Spanien/70) beschränkt: "Curtis Strange begann einmal mit einer 80 und ging am Ende mit fünf Schlägen Vorsprung ins Finale. Außerdem haben wir einen Tiger Woods im Feld."
Dieser blieb trotz seines eklatanten Fehlstarts optimistisch: "Ich bin nicht der einzige, dem auf diesem Kurs Fehler unterlaufen. Ich muss während der restlichen drei Tage eben die Anzahl meiner Fehler auf ein Minimum reduzieren." Anschauungsunterricht kann der Weltranglistenerste dabei ausgerechnet bei einem nehmen, dem im Vorfeld des Masters kaum Chancen auf den Cut eingeräumt wurden: Der 60-jährige Jack Nicklaus liegt nach dem ersten Tag einen Schlag vor Woods.
Golf, 64. Masters-Turnier in Augusta, Stand nach der 1. Runde: 1. Dennis Paulson (USA) 68 Schläge, 2. Tom Lehman (USA) 69, 3. Sergio Garcia (Spanien) und Steve Stricker (USA) je 70, 5. Bernhard Langer (Anhausen), Rocco Mediate (USA), Phil Mickelson (USA), Steve Jones (USA) und Thomas Bjorn (Dänemark) je 71, 10. Vijay Singh (Fidschi-Inseln), Ernie Els (Südafrika), Paul Azinger (USA), Jumbo Ozaki (Japan), Nick Faldo (Großbritannien), Tommy Aaron (USA), Mark Brooks (USA), Bob Estes (USA), Justin Leonard (USA), Darren Clarke (Großbritannien), Jose Maria Olazabal (Spanien), Hal Sutton (USA) je 72, ... 39. u.a. Tiger Woods (USA) 75
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