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Lenzerheide
Lara Gut gewinnt den alpinen Ski-Weltcup

Lenzerheide. Die 24-Jährige sichert sich als erste Schweizerin nach Vreni Schneider (1995) die große Kristallkugel.

Das Rennen am Sonntag wollte sich Viktoria Rebensburg (26) nicht mehr antun. "Der Käs' ist erst gegessen, wenn es rechnerisch fix ist", sagte sie, "aber realistisch gesehen, ist er gegessen." Das bedeutet: Der Kampf um den Gesamtweltcup ist entschieden. Skirennläuferin Lara Gut (24) aus der Schweiz erhält die große Kristallkugel am kommenden Sonntag nach dem "Heim-Finale" in St. Moritz mit vier Rennen plus einem Team-Wettbewerb. Und Rebensburg? Sie hat eine vielleicht einmalige Chance vergeben.

Den Gedanken an den Gesamtweltcup hat sie angeblich immer verdrängt. Am Samstag aber schien es, als sei sie auch deswegen so niedergeschlagen, weil ihre letzte, wenn auch kleine Chance nach Platz 18 beim Super-G im schweizerischen Lenzerheide dahin war. Es war ihr schlechtestes Resultat in dieser Saison, abgesehen von zwei Ausfällen. "Schade", sagte die 26-Jährige, "das tut extrem weh."

Die letzte Woche wird also zur Triumphtour für Gut - gratulieren lassen will sie sich aber erst am Ende. "Ich kriege die Kugel erst am 20. März", erinnerte sie. "Und bis dahin will ich nicht nur ins Ziel rutschen, sondern auch noch Rennen gewinnen." Satt ist Gut nicht - so gefällt es der leidgeplagten Schweiz!

Womöglich wird sich Rebensburg irgendwann noch richtig ärgern. Tina Maze (Slowenien) hatte ein Jahr Pause eingelegt. Titelverteidigerin Anna Fenninger (Österreich) zog sich vor Saisonbeginn einen Totalschaden im Knie zu. Mikaela Shiffrin (USA) fiel zwei Monate verletzt aus. Lindsey Vonn (USA) erlitt vor zwei Wochen eine schwere Knieverletzung - Saisonende. Doch Rebensburg fehlte die Konstanz.

Die WM-Zweite im Riesenslalom war nur langsam in Fahrt gekommen. Kurz vor Weihnachten schien der Knoten geplatzt. Es folgten zwei Siege und weitere fünf Top-3-Platzierungen, doch Rebensburg ließ zu viele Chancen ungenutzt. Lara Gut brachte es auf elf Podestplätze, darunter sechs Siege. Sie ist nun die erste Schweizer Gesamtweltcupsiegerin seit Vreni Schneider (1995). Von 1984 bis 1989 holten sich Schweizerinnen den Gesamtweltcup, ließen nur drei Konkurrentinnen unter die Top 3. Seit 1995 aber standen am Saisonende nur Sonja Nef (2002) und Gut (2014) als Dritte mit auf dem Podest. Gut hatte im Februar 2008 mit Platz drei in der Abfahrt von St. Moritz erstmals im Weltcup für Furore gesorgt. Die großen Erwartungen konnte sie aber lange nicht erfüllen, wurde immer wieder durch Verletzungen oder Streits außerhalb der Piste gestoppt.

Die Kombination am Sonntag, bei der sich Wendy Holdner (Schweiz) mit ihrem zweiten Weltcupsieg auch die kleine Kugel sicherte, ließ Rebensburg aus. Sie konzentriert sich auf den Riesenslalom am Sonntag. 52 Punkte liegt sie hinter Eva-Maria Brem (Österreich). Die Chance auf die kleine Kugel ist nicht allzu groß, aber sie ist noch da.

(sid/dpa)
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