Weiter Wirbel um Pippig: Laut DLV kein Freispruch, kein Schadenersatz
zuletzt aktualisiert: 06.08.2000 - 12:46Frankfurt (sid). Neueste Groteske aus dem Doping-Dschungel: Uta Pippig erklärte der Deutschen Welle und dem Berliner Tagesspiegel, sie fühle sich rehabilitiert, es gebe keine Dopingverurteilung mehr. Doch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sieht das Ergebnis der Verhandlung am Samstag vor dem Schiedsgericht des Deutschen Sportbundes (DSB) anders: "Entgegen anderslautenden Presseberichten ist Uta Pippig durch das von ihr angerufene Schiedsgericht weder freigesprochen, noch ist die gegen sie verhängte Dopingsperre annulliert worden", heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.
Laut Clemens Prokop, Vizepräsident Recht im DLV, ist das Verfahren nach Übereinstimmung der Parteien erledigt und Uta Pippig stellt keine Schadenersatzansprüche. Prokop schätzt, dass die Marathonläuferin, die aus ihrer Wahlheimat Boulder/US-Bundesstaat Colorado angereist war, dadurch "einige Zehntausend Mark Verfahrenskosten" spart, weil die Kosten des Verfahrens gegeneinander aufgehoben wurden.
In der getroffenen Vereinbarung heißt es: "Die Parteien schließen unter Kenntnisnahme vorstehenden Hinweises unter Aufrechterhaltung ihrer gegenseitigen Rechtsstandpunkte folgenden Vergleich: "Die Parteien stellen übereinstimmend fest, dass der Streit sich erledigt hat. Schadenersatzansprüche werden nicht gestellt."
Der DSB selbst hat bisher das Ergebnis der Verhandlung nicht veröffentlicht, die ein dreiköpfiges Gremium unter Leitung von Prof. Eike Ullmann, dem Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, führte. Prokop: "Ich glaube, dass auch keine Presseerklärung von DSB-Seite geplant ist."
Uta Pippig war am 16. Juli 1999 vom DLV-Rechtsausschuss, der Dieter Baumann in der Nandrolon-Affäre freigesprochen hatte, wegen der Einnahme der verbotenen Substanz Testosteron rückwirkend für zwei Jahre bis 22. April 2000 gesperrt worden. Sie hatte unter anderem argumentiert, das Absetzen der Anti-Baby-Pille habe ihren Hormonhaushalt durcheinander gebracht.
Die 35 Jahre alte frühere Berlinerin wartet derzeit auf ihre Einbürgerung in den USA. Ihre Mitgliedschaft im DLV hat sie am 21. Oktober 1999 aufgekündigt.
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