Triathleten-König gewinnt Premiere: Leder auf dem Ironman-Thron
zuletzt aktualisiert: 18.08.2002 - 16:35Frankfurt/Main (rpo). Lothar Leder ist der König der Triathleten. Nur fünf Wochen nach seinem Triumph in Roth hat der 31-jährige Darmstädter am Sonntag in Frankfurt/Main die Premiere des Ironman Germany gewonnen und dafür 8000 Dollar Preisgeld kassiert.
Gefeiert von rund 100 000 Zuschauern an der Strecke ließ der Lokalmatador in 8:21:31,1 Stunden nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen Altmeister Jürgen Zäck (8:30:07,2) hinter sich. Der 37-jährige Koblenzer bleibt mit acht Ironman-Siegen erfolgreichster deutscher Langstrecken-Triathlet, Leder hat nun sieben Erfolge bei Lizenz-Rennen auf seinem Konto. Dritter wurde Uwe Widmann (Hofheim/8:51:15,1).
Leder ließ sich auf dem Römer feiern. "Beim Schwimmen war es ein bisschen wie in Hawaii." An das legendäre Rennen auf Big Island mochte er nach der Hitzeschlacht noch nicht denken. "Jetzt sind erst mal zwei Wochen Urlaub angesagt." Alles aus sich herausgeholt hatte auch sein Verfolger. "Die Zeit war sehr langsam, aber wir hatten auch extrem harte Bedingungen, härter als in Hawaii", sagte Zäck. Er sackte völlig entkräftet zusammen und musste mit einer Trage aus dem Zielraum gebracht werden.
Wie "Eisenmann" Leder ganze 35 Tage nach seinem Sieg beim Langdistanz-Rennen in Roth das Geschehen über die insgesamt 226 Kilometer diktierte, nötigte der Konkurrenz Respekt ab. Der Berufs- Triathlet ließ sich die Extrembelastung von zwei Mammut-Distanzen innerhalb von fünf Wochen bei Temperaturen um die 30 Grad nicht anmerken und lieferte erneut ein taktisches Meisterstück.
Nach dem Schwimmen im 23 Grad warmen Langener Waldsee vor 15 000 Frühaufstehern ließ sich Leder von knapp fünf Minuten Rückstand auf Jan Sibbersen nicht beirren. Der frühere Auswahlschwimmer aus Coburg hatte beim Ironman auf Hawaii im vergangenen Jahr schon als Schnellster im Pazifik für Furore gesorgt. Mit 44:54 Minuten erzielte der gelernte Investmentbanker eine Weltbestzeit, wurde von Leder und Zäck auf der Radstrecke aber eingeholt.
Auf dem Rad belauerten sich Leder und Zäck weiter. Leder - ein besserer Schwimmer - hatte Zäck im See nicht abschütteln können. Zäck - wegen seiner Attacken auf dem Rad gefürchtet - wurde Leder auf der Radstrecke nicht los. Spätestens nach 110 Kilometern war auch klar, dass beide den Sieg unter sich ausmachen. Mitfavorit Normann Stadler aus Pforzheim schied mit einem Rad-Defekt aus. Den "Norminator", im Jahr 2000 Dritter auf Hawaii, eliminierte eine Schraube am Schnellspanner, die sich auf der rasenden Fahrt rund um Frankfurt selbstständig gemacht hatte.
Kurz vor der Marathonstrecke suchte Zäck noch einmal sein Heil in der Flucht. Doch obwohl er mit 43 Sekunden Vorsprung in die Wechselzone fuhr, war Leder 17,5 Sekunden eher wieder draußen und schaltete den Turbo ein. Schnell hatte der exzellente Läufer 2:30 Minuten herausgeholt, die er bis zum Ziel auf dem Römerberg auf 8:36,1 Minuten ausbaute. Die Weltbestzeit des Belgiers Luc van Lierde (7:50:27) blieb dennoch in weiter Ferne.
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