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Olympia
Leere Sitze bei der Abschlussfeier

Rio De Janeiro. Ein bisschen vom Pech verfolgt sind diese Olympischen Spiele schon gewesen. Das Ende: Es stürmt, schwere Schauer gehen auf den Fußball-Tempel Maracanã nieder, viele Plätze bleiben leer - und doch feiern die Cariocas, die Menschen Rios, wie nur sie es können. Mit bescheidenen Mitteln bieten sie zur Abschlussfeier eine zauberhafte Show, ein Gegenbild zu all den Pannen. Übervoll an Farben, Rhythmus, Freude, lachenden Gesichtern. Tausende Athleten aus den 207 Teams sind stolz, diese von unbändigem Elektro-Pop und Samba getriebene Party erleben zu dürfen. Die deutschen Athleten um Fahnenträger und Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel sind mittendrin.

Was Geld ausrichten kann, zeigen elf Minuten und 45 Sekunden, in denen sich die nächsten Gastgeber aus Tokio präsentieren. Weil er fürchtet, zu spät zur Schlussfeier zu kommen, wird aus Japans Premierminister Shinzo Abe kurzerhand Super Mario, der sich durch den Erdball bohrt und - pünktlich - in der Mitte des Maracanã auftaucht. "Arigato Rio - danke Rio", malen die Scheinwerfer ein bisschen herzlos auf den Stadionboden. "See you in Tokio."

Das Urteil des IOC-Präsidenten Thomas Bach wurde mit Spannung erwartet. Ein Superlativ ist bei aller Liebe zur brasilianischen Improvisationskunst nicht drin? Bach sagt: "Das waren wunderbare Olympische Spiele in der wunderbaren Stadt." Jubel bei den Bewohnern. Um 22.26 Uhr Ortszeit erlischt das Feuer.

(RP/dpa)
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