9. Leichtathletik-Weltcup in Madrid: Leichtathletik: Afrikaner und Russinnen holen den Weltcup
zuletzt aktualisiert: 21.09.2002 - 21:52Madrid (rpo). Zum Saisonfinale ging es in Madrid um den Wettstreit zwischen den weltbesten Nationalteams und Kontinent-Auswahlen. Für die deutschen Leichtathleten (im Bild Dreispringer Charles Friedek) war mehr als Platz sechs nicht drin.
Afrikas Männer mit ihrem vierten Erfolg in Serie sowie Russlands Frauen haben beim 9. Leichtathletik-Weltcup in Madrid die Gesamtsiege erkämpft. Die deutschen Frauen und Männer landeten jeweils auf dem sechsten Platz. Zwei Jahresweltbestleistungen in den Sprintstaffeln waren die Spitzenwerte der zwei Tage vor rund 30 000 Zuschauern. Für beide Leistungen sorgten die US-Quartetts: Die Männer siegten in 37,95 Sekunden, die Frauen mit 100-m-Siegerin Marion Jones belegten in 42,05 Sekunden Rang zwei hinter einer gemischten Amerika- Auswahl (41,91), deren Zeit nicht in die Jahresbestenliste Eingang findet. Zum Abschluss sorgte eine Amerika-Staffel der Männer für einen Höhepunkt. Ihre 2:59,19 Minuten über 4 x 400 m waren die erste Zeit in diesem Jahr unter 3 Minuten.
Beide deutsche Teams waren zu unausgeglichen besetzt und hatten zudem auch mit verletzungsbedingten Absagen zu kämpfen. Den einzigen Sieg feierte am Freitag Stabhochspringerin Annika Becker (Rothenburg/Bebra) mit 4,55 m, die dafür 30 000 Dollar Preisgeld erhielt. Männer-Kapitän und Europameister Ingo Schultz (Dortmund) lieferte als Zweiter in der europäischen Jahresbestzeit von 44,86 Sekunden eine starke Leistung ab. Rang zwei schaffte am Samstag auch der EM-Dritte im Speerwerfen, Boris Henry (Saarbrücken), mit 81,60 m. Kathleen Friedrich (Chemnitz) über 1500 m, Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) im Kugelstoßen und Stabhochspringer Lars Börgeling (Leverkusen) belegten jeweils dritte Plätze.
Das hohe Leistungsvermögen eines Ingo Schultz konnten zum Saisonabschluss nur wenige deutsche Athleten abrufen. Das gelang auch den zwei von acht übrig gebliebenen Siegern von vor vier Jahren in Johannesburg nicht: Der EM-Zweite Charles Friedek (Leverkusen) wurde im Dreisprung mit 16,91 m Vierter, 800-m-Olympiasieger Nils Schumann (Großengottern) verließen auf der Zielgeraden an dritter Stelle liegend die Kräfte. In 1:45,34 Min. blieb für den EM-Dritten der 5. Platz. Unter dem Jubel seiner spanischen Landsleute steigerte sich Manuel Antonio Reina im Spurtduell mit Djabir Said-Guerni (Algerien/1:44,03) auf erstklassige 1:43,83 Minuten.
Die Hauptdarsteller der zwei Weltcup-Tage waren zumeist Athleten, die der gesamten Saison ihren Stempel aufgedrückt hatten. Nach den Jackpot-Knackern Marion Jones (USA) über 100 m in 10,90 Sekunden und Ana Guevara (Mexiko) über die Stadionrunde in 49,56 Sekunden und Maria Mutola (Mosambik) mit ihrem vierten 800-m-Weltcupsieg in Folge in 1:58,60 Minuten bewiesen am Samstag auch Dreispringer Jonathan Edwards (Großbritannien/17,34) und Hürdensprint-Olympiasieger Anier Garcia (Kuba/13,10 Sekunden) mit ihren Siegen ihre Sonderklasse. Garcia bezwang bei seinem Erfolg erneut den dreimaligen Weltmeister Allen Johnson (USA/13,45).
Für einen Höhepunkt sorgte auch Ungarns Europameister Robert Fazekas mit 71,25 m im zweiten Versuch des Diskuswerfens. Der EM- Dritte Michael Möllenbeck (Wattenscheid) wurde mit 64,57 m Vierter. Ein Hochsprung-Trio bei den Frauen überquerte die Zwei-Meter-Marke und lieferte sich ebenfalls einen spannenden Wettkampf. Weltmeisterin Hestrie Cloete (Südafrika) entschied den Wettbewerb mit 2,02 m vor der höhengleichen Europameisterin Kajsa Bergqvist (Schweden) für sich. Dritte wurde Marina Kuptsowa (Russland/2,00).
Männer
Männer, nach 20 Wettbewerben: 1. Afrika 134 Punkte; 2. USA 119; 3. Europa 115; 4. Amerika 111; 5. Spanien 94; 6. Deutschland 86,5; 7. Großbritannien 86; 8. Asien 80; 9. Ozeanien 62,5
110 m Hürden: 1. Anier Garcia (Kuba) 13,10 Sek.; 2. Allen Johnson (USA) 13,45; 3. Stanislavs Olijars (Litauen); ... 6. Florian Schwarthoff (Berlin) 13,79
Dreisprung: 1. Jonathan Edwards (Großbritannien) 17,34 Meter; 2. Walter Davis (USA) 17,23; 3. Christian Olsson (Schweden) 17,05; 4. Charles Michael Friedek (Leverkusen) 16,91
800 Meter: 1. Antonio Manuel Reina (Spanien) 1:43,83 Min.; 2. Djabir Said-Guerni (Algerien) 1:44,03; 3. David Krummenacker (USA) 1:45,14; ... 5. Nils Schumann (Großengottern) 1:45,34
200 Meter: 1. Francis Obikwelu (Portugal) 20,18 Sek.; 2. Frank Fredericks (Nambia) 20,20; 3. Marlon Devonish (Großbritannien) 20,32; ... 8. Oliver König (Leipzig) 21,32
Speerwerfen: 1. Sergej Makarow (Russland) 86,44 Meter; 2. Boris Henry (Saarbrücken) 81,60; 3. Emeterio Gonzalez (Kuba) 79,77
3000 m Hindernis: 1. Wilson Kipketer (Kenia) 8:25,34 Min.; 2. Luis Miguel Martin (Spanien) 8:26,35; 3. Khamis Abdullah Saifeldin (Katar) 8:30,66; ... 7. Filmon Ghirmai (Pliezhausen) 8:42,29
Stabhochsprung: 1. Okkert Brits (Südafrika) 5,75 Meter; 2. Jeff Hartwig (USA) 5,70; 3. Lars Börgeling (Leverkusen) 5,40
3000 Meter: 1. Craig Mottram (Australien) 7:41,37 Min.; 2. Jose David Galvan (Mexiko) 7:47,43; 3. Roberto Garcia (Spanien) 7:53,96; ... 9. Raphael Schäfer (Rehlingen) 8:33,89
4x400 Meter: 1. Amerika 2:59,19 Min.; 2. USA 2:59,21; 3. Afrika 3:01,69; ... 7. Deutschland (Ingo Schultz/Dortmund, Ruwen Faller/Jena, Jens Dautzenberg/Wolfsburg, Lars Figura/Wolfsburg) 3:05,31
Diskus: 1. Robert Fazekas (Ungarn) 71,25 Meter; 2. Frantz Kruger (Südafrika) 66,78; 3. Mario Pestano (Spanien) 64,64; 4. Michael Möllenbeck (Wattenscheid) 64,57
Frauen
Frauen, nach 19 Wettbewerben: 1. Russland 126 Punkte; 2. Europa 123; 3. Amerika 110; 4. USA 105; 5. Afrika 99; 6. Deutschland 79,5; 7. Asien 75, 8. Spanien 74,5; 9. Ozeanien 59
Hammerwerfen: 1. Yuan Gu (China) 70,75 m; 2. Yipsi Moreno (Kuba) 69,65; 3. Olga Kusenkowa (Russland) 66,98; 4. Anna Norgren-Mahon (USA) 65,94; 5. Kamila Skolimowska (Polen) 65,24; 6. Susanne Keil (Frankfurt/Main) 64,62
1500 Meter: 1. Süreyya Ayhan (Türkei) 4:02,57 Min.; Tatjana Tomaschowa (Russland) 4:09,74; 3. Kathleen Friedrich (Chemnitz) 4:10,20
Kugelstoßen: 1. Irina Korzhanenko (Russland) 20,20 Meter; 2. Yumileidi Cumba (Kuba) 19,14; 3. Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) 19,11
200 Meter: 1. Debbie Ferguson (Bahamas) 22,49 Sek.; 2. Muriel Hurtis (Frankreich) 22,78; 3. Myriam Leonie Mani (Kamerun) 22,81; ... 8. Gaby Rockmeier (Dortmund) 23,67
100 m Hürden: 1. Gail Devers (USA) 12,65 Sek.; 2. Bridgette Foster (Jamaika) 12,82; 3. Glory Alozie (Spanien) 12,95; ... 7. Kirsten Bolm (Köln)
5000 Meter: 1. Olga Jegorowa (Russland) 15:18,15 Min.; 2. Marta Dominguez (Spanien) 15:19,73; 3. Joanne Pavey (Großbritannien) 15:20,10; ... 7. Sabrina Mockenhaupt Sieg) 15:42,22
Hochsprung: 1. Hestrie Cloete (Südafrika) 2,02 Meter; 2. Kajsa Bergqvist (Schweden) 2,02; 3. Marina Kuptsowa (Russland) 2,00; ... 6. Kathryn Holinski (Dortmund) 1,91
4x400 Meter: 1. Amerika 3:23,53 Min.; 2. USA 3:24,67; 3. Russland 3:26,59; ... 6. Deutschland (Florence Ekpo-Umoh/Mainz, Nancy Kette/Erfurt, Birgit Rockmeier/Dortmund, Claudia Marx/Berlin) 3:31,09
Weitsprung: 1. Tatjana Kotowa (Russland) 6,85 Meter; 2. Maurren Higa Maggi (Brasilien) 6,81; 3. Concepcion Montaner (Spanien) 6,68; ... 7. Sofia Schulte (Leverkusen) 6,16
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