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Amsterdam/ Düsseldorf
Silbermedaille für Betty Heidler

Leichtathletik-EM: Silbermedaille für Betty Heidler
Nach vier Jahren ohne Medaille hat Hammerwerferin Betty Heidler bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam wieder Edelmetall gewonnen. FOTO: dpa, kno
Amsterdam/ Düsseldorf. Nach vier Jahren gewinnt die Hammerwerferin wieder Edelmetall. Es war eine von vier deutschen Medaillen am dritten Wettkampftag in Amsterdam. Am Tag zuvor bekräftigte Kugelstoßerin Christina Schwanitz ihre Vormachtstellung. Von Kilian Treß

Es ist vollbracht. Nach vier Jahren ohne Medaille hat Hammerwerferin Betty Heidler bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam wieder Edelmetall gewonnen. Dass es nach dem Finale nur zu Rang zwei reichte, tat der Freude keinen Abbruch. "Ich bin total glücklich. Ich freue mich riesig über die Medaille", sagte Heidler nach dem Wettkampf, in dem sie Dauerrivalin Anita Wlodarczyk aus Polen den obersten Platz auf dem Siegertreppchen überlassen musste.

Gut präpariert für Rio sind auch die deutschen Diskuswerferinnen. Julia Fischer holte Silber (65,77 Meter), Shanice Craft gewann Bronze (63,89 Meter). Für die WM-Dritte Nadine Müller (62,63) blieb nur der vierte Rang. Ihrer Favoritenrolle gerecht wurde Sandra Perkovic aus Serbien (69,97 Meter). Bronze gab es auch für den 6,65-m-Sprung von Maleika Mihambo (22), die 18 Jahre nach Heike Drechsler wieder eine Medaille für Deutschland im Weitsprung holte.

Die Titelverteidigerin und Weltrekordhalterin Wlodarczyk führte bereits nach dem ersten Durchgang und steigerte sich von Versuch zu Versuch abis auf 78,14 Meter. Heidler hatte trotz ihrer Jahresbestleistung von 75,77 Metern deutlich das Nachsehen. Bronze holte sich mit 73,83 Metern die gebürtige Ukrainerin Hanna Skydan, die für Aserbaidschan antritt.

Die Silbermedaille für Betty Heidler ist der Lohn für harte Arbeit. Die 32 Jahre alte Athletin von der LG Eintracht Frankfurt wartet seit ihrer Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London auf Edelmetall. 2013 erlebte sie bei der WM ein Debakel, als sie schon in der Qualifikation ausschied. 2014 blieb sie bei der EM in Zürich mit 72,39 Metern deutlich hinter den Erwartungen zurück (Rang fünf). Und auch bei der WM in Peking 2015 in Peking verlief das Finale alles andere als optimal. 72,56 Meter reichten nur zu Rang sieben.

Dabei war die Polizeibeamtin einst nicht aus der Weltspitze wegzudenken. Zwischen 2007 und 2011 war sie einmal Europa-, einmal Welt-, und zweimal Vizeweltmeisterin. Mit 79,42 Metern hielt sie über Jahre den Weltrekord. Nun geht der Blick Richtung Olympische Spiele, die am 5. August in Rio de Janeiro beginnen. Betty Heidler gilt aufgrund ihrer Erfahrung bei ihrer dann vierten Olympiateilnahme als eine der großen Medaillenhoffnungen des deutschen Teams. Es ist ihre letzte Chance, sich auf der großen Bühne zu beweisen. Die gebürtige Ost-Berlinerin wird nach dieser Saison ihre Laufbahn beenden. "Man kann Leistungssport nicht ewig machen, und ich habe schon in den letzten Jahren gesagt, ich gucke von Jahr zu Jahr, wie es geht, wie ich mich fühle und wie ich mich motivieren kann", sagte sie der "Sportschau". Wohlwissend, dass ihre 75,77 Meter in Rio nicht für eine Medaille reichen werden, reist sie selbstbewusst nach Brasilien.

Mit größeren Ambitionen fährt Kugelstoßerin Christina Schwanitz, an die Copacabana. Am Mittwoch untermauerte die Sportsoldatin ihre Vormachtstellung. Nach der EM 2014 und der WM 2015 holte sie mit 20,17 Metern zum dritten Mal in Folge Gold. Und das, obwohl sie noch vor acht Wochen an der Schulter verletzt war. Ihr Ziel für Rio ist Gold. Dann warten aber andere Kugelstoß-Kaliber auf die Deutsche. Beispielsweise die Weltjahresbeste Lijiao Gong aus China, die in diesem Jahr die Kugel schon auf 20,43 Meter wuchtete.

Quelle: RP
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