| 16.45 Uhr

Leichtathletik-WM in Peking
Freimuth holt Zehnkampf-Bronze - Eaton siegt mit Weltrekord

Zehnkämpfer Freimuth jubelt über Bronze
Zehnkämpfer Freimuth jubelt über Bronze FOTO: dpa, nic
Peking. Zehnkämpfer Rico Freimuth erkämpft sich Bronze, Superstar Usain Bolt holte sich seinen dritten WM-Titel, und Mo Farah bleibt der dominierende Langstreckenläufer der Welt.

Zehnkämpfer Rico Freimuth rettete mit letzter Kraft seine Bronzemedaille ins Ziel. Beim Weltrekord des überragenden Olympiasiegers Ashton Eaton (9045/USA) gehörte auch der 27-Jährige aus Halle/Saale zu den Gewinnern. Am vorletzten Tag der Leichtathletik-WM in Peking holte Freimuth die siebte deutsche Medaille - und Superstar Usain Bolt mit der Staffel sein drittes Gold.

Für Diskus-Werfer Christoph Harting (Berlin) erfüllten sich die Hoffnungen auf Edelmetall dagegen nicht, mit 63,94 Metern wurde er Achter. Nachfolger seines Bruders Robert Harting wurde der Pole Piotr Malachowski (67,40). Allerdings gab es um den letzten Versuch Christoph Hartings lange Diskussionen.

Das britische Lauf-Idol Mo Farah holte über 5000 m als erster Läufer zum dritten Mal in Folge Gold. Nach dem Sieg über 10.000 m war es sein zweiter Titel in Peking.

Freimuth erzielte nach einem harten 1500-m-Lauf zum Abschluss der beiden anstrengenden Zehnkampf-Tage mit 8561 Punkten eine persönliche Bestleistung - und feierte völlig entkräftet die erste Medaille seiner Karriere in einem großen Wettbewerb. Auch seine Teamkollegen Kai Kazmirek (Rhein-Wied/8448)und Michael Schrader (Dreieich/8418) zeigten auf Platz sechs und sieben gute Leistungen. "Harte Arbeit zahlt sich aus. Ich habe die Chance bekommen und sie genutzt. Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt", sagte Freimuth in der ARD.

Eaton untermauerte dagegen seine Ausnahmestellung unter den "Königen der Athleten". Der 27-Jährige schraubte seinen eigenen Weltrekord aus dem Jahr 2012 um sechs Punkte nach oben und kassiert für diese Leistung vom Weltverband IAAF eine Prämie in Höhe von 100.000 US-Dollar. Und er lobte auch seine deutschen Konkurrenten: "Ich liebe die deutschen Jungs. Sie haben den größten Kampfgeist.
Ich lerne von ihnen."

Wieder einmal als Sieger kam Bolt über die Ziellinie. Als Schlussläufer der jamaikanischen 4x100-m-Staffel rannte der 29-Jährige zu seinem elften WM-Titel. Dabei war der Rekord-Weltmeister aber auf ein Missgeschick der US-Staffel angewiesen. Das Quartett um Justin Gatlin hatte bis zum letzten Wechsel geführt, nach einer völlig verpatzten Stab-Übergabe wurden sie aber auf Platz zwei liegend disqualifiziert.

Hinter China (38,01) und Kanada (38,13) verpasste dadurch das deutsche Quartett mit dem deutschen Rekordler Julian Reus (Wattenscheid), Sven Knipphals (Wolfsburg), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Aleixo-Platini Menga (Leverkusen) in 38,15 Sekunden die erste deutsche WM-Medaille über diese Strecke nur knapp.

Beim Diskuswerfen war die Verwirrung nach Hartings letztem Versuch groß. Der 25-Jährige hatte bei seinem abschließenden Wurf mutmaßlich eine Weite im Bronzebereich erreicht, das Kampfgericht wertete den Versuch jedoch als ungültig. Offenbar verhinderte die Sprachbarriere zwischen einer Kampfrichterin und dem Supervisor, dass Harting kein weiterer Versuch zugesprochen wurde.

Die Jury lehnte später einen Einspruch der deutschen Teamführung gegen die ungültige Wertung des Wurfs ebenfalls ab. Die Videobilder hätten gezeigt, dass Harting doch mit einer Fußspitze außerhalb des Rings war.

Beim Sieg Jamaikas über 4x100 m der Frauen überzeugte auch die deutsche Staffel. Das Team mit Rebekka Haase (LV Erzgebirge), Alexandra Burghardt (Mannheim), Gina Lückenkemper (Soest) und Verena Sailer (Mannheim) rannte in 42,64 Sekunden auf Platz fünf. Die deutsche Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch (Tübingen) ging trotz eines starken Auftritts und persönlicher Bestleistung ebenfalls leer aus. Beim Sieg der Russin Maria Kuschina (2,01) kam sie mit 1,99 m auf Platz sechs.

Über 50 km Gehen der Männer gab es gleich zwei Einträge in die Geschichtsbücher. Der Slowake Matej Toth holte in 3:40:32 Stunden das erste WM-Gold sein Landes überhaupt, der Spanier Jesus Angel Garcia ist mit seiner nun zwölften Teilnahme Rekordstarter bei Weltmeisterschaften. Der 45-Jährige kam auf Platz neun. Über 800 m siegte Europameisterin Marina Arsamassowa aus Weißrussland.

(dpa)
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