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Marathon in Berlin
Kipchoge jagt den Weltrekord

Beim Berlin-Marathon jagt Eliud Kipchoge den Weltrekord
42,195 Kilometer in weniger als 2:02:57 Stunden – das ist das Ziel von Eliud Kipchoge in Berlin. FOTO: dpa, chc nic
Berlin. Auf der ultraschnellen Strecke in Berlin peilt der Kenianer Eliud Kipchoge am Sonntag den Weltrekord im Marathon an.

Aus seinem Ziel macht Eliud Kipchoge erst gar keinen Hehl. "Ich setze mir keine Grenze. Alles ist möglich", sagte der Kenianer vor dem Berlin Marathon am Sonntag. Wenn um 9.00 Uhr die Hatz Unter den Linden beginnt, will Kipchoge die 42,195 Kilometer so schnell rennen wie noch nie ein Mensch zuvor.

"Wenn alles zusammenpasst, ist etwas ganz Spezielles möglich", sagte Kipchoge, vor zwölf Jahren in Paris Weltmeister über 5000 m: "Ich bin überzeugt, dass sich mein Trainingspartner Emmanuel Mutai und ich gemeinsam zu einem neuen Weltrekord treiben können." Die Bestmarke steht seit 2014 bei unglaublichen 2:02:57 Stunden. Gelaufen von Kipchoges Landsmann Dennis Kimetto – natürlich in Berlin.

Der Kurs durch die Hauptstadt gilt als weltweit schnellste Strecke: flach und ohne abrupte Richtungsänderungen. Insgesamt sieben Weltrekorde wurden schon in Berlin gelaufen – allein drei in den letzten vier Rennen. Kipchoge, der vier seiner fünf Marathons gewinnen konnte und auch zuletzt im April in London triumphierte, will der Nächste sein und nebenbei seinen Kontostand noch ein bisschen aufbessern. Der Sieger von Berlin kassiert 40.000 Euro, für einen Weltrekord haben die Veranstalter eine Extra-Prämie von 50.000 Euro ausgelobt.

In Berlin – wo über 40.000 Hobby-Läufer jedes Jahr eine riesige Marathon-Party feiern – starten vier Läufer mit Bestzeiten von unter 2:05 Stunden. Emmanuel Mutai und Geoffrey Mutai (ebenfalls Kenia) rechnen sich auch gute Chancen aus, aber Kipchoge gilt als großer Favorit. Er ist zurzeit der Läufer, den es zu schlagen gilt.

Nach den jüngsten Doping-Enthüllungen in der Leichtathletik und den Vorwürfen gegen Kenia läuft auch Kipchoge unter Verdacht. Im Gegensatz zu vielen Landsleuten scheut er es nicht, über das Thema auch zu reden. "Viele Kenianer sind leichtgläubig. Es wäre aber falsch, die Ärzte oder Apotheker an den Pranger zu stellen", sagte Kipchoge der Neuen Zürcher Zeitung: "Jeder ist für sich und seinen Körper verantwortlich. Ich bin aber fest überzeugt, dass die Topathleten, die ich kenne, sauber sind."

Während Kipchoge in Berlin den Weltrekord jagt, plant Andre Pollmächer (Düsseldorf) den Angriff auf die Olympianorm (2:12:15). Doch dafür muss der EM-Achte von Zürich seine Bestzeit von 2013 (2:13:05) deutlich verbessern.

Bei den Frauen geht es für Anna Hahner (Gengenbach) auch nur um Rio. Die geforderten 2:28:30 Stunden sollten für die 25-Jährige durchaus machbar sein. Den Sieg werden wohl Aberu Kebede aus Äthiopien (Berlin-Siegerin von 2010 und 2012) und Kenias Newcomerin Gladys Cherono unter sich ausmachen.

(sid)
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