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Leichtathletik
Kreml fordert konkrete Beweise und hält an Sportminister fest

Doping in Russland: Kreml fordert konkrete Beweise
Sportminister Witali Mutko und Wladimir Putin. FOTO: afp, ski/pav
Moskau. Am Tag nach der Veröffentlichung des Wada-Reports zum flächendeckenden Doping im russischen Sport fordert der Kreml konkrete Beweise.

"Wenn es irgendwelche Anschuldigungen gibt, dann müssen sie durch Beweise belegt sein. Bis Beweise vorliegen, sind solche Anschuldigungen nur schwer zu akzeptieren, zumal sie eher gegenstandslos erscheinen", sagte Dmitri Peskow, der Pressesekretär von Staatspräsident Wladimir Putin. Die Frage eines Rücktritts von Sportminister Witali Mutko stelle sich nicht. 

In dem Wada-Report wird Russland des systematischen Dopings in der Leichtathletik beschuldigt. Auch andere Sportarten könnten betroffen sein. Im Vorfeld der Olympischen Spiele in London sollen Dopingvergehen vom russischen Leichtathletik-Verband ARAF nicht sanktioniert worden sein. Die unabhängige Untersuchungskommission der Wada fordert daher des Ausschluss russischer Leichtathleten von Olympia 2016 in Rio.

Pressestimmen: "Goldmedaille im Betrügen" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Die Wada forderte derweil, dass das Moskauer Anti-Doping-Labor mit sofortiger Wirkung gesperrt wird. Damit darf das Labor in der russischen Hauptstadt unter anderem keine Blut- und Urin-Proben mehr analysieren. Gegen die Entscheidung, die mindestens für sechs Monate gelten soll, kann innerhalb von 21 Tagen vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch eingelegt werden.

"Die Wada hat schnell auf eine der entscheidenden Forderungen ihrer unabhängigen Kommission reagiert", sagte Wada-Präsident Craig Reedie: "Das Moskauer Labor ist vorläufig suspendiert, und darüber hinaus wird eine Disziplinarkommission, die in Kürze gebildet wird, den Fall prüfen und über den Status der Akkreditierung des Labors entscheiden."

Korruption, Erpressung, Vertuschung von positiven Dopingproben - der Untersuchungsbericht einer unabhängigen Kommission unter Vorsitz des ehemaligen Wada-Vorsitzenden Richard Pound hatte am Montag einen systematischen Betrugsskandal in der russischen Leichtathletik offengelegt. Eine Forderung Pounds lautete, dem Labor in Moskau die Akkreditierung zu entziehen. Nun sollen alle Dopingproben "sicher" und "zeitnah" zu einem anderen Anti-Doping-Labor mit Wada-Akkreditierung gebracht werden.

Eine weitere Forderung der Kommission war die "permanente" Absetzung des Labor-Direktors Gregori Rodschenkow. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, 1417 Dopingproben zerstört zu haben. "Der Report ist voller Lügen, und die meisten Zeugen sind unglaubwürdig", sagte Rodschenkow der englischen Tageszeitung "The Times".

(areh/sid/dpa)
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