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Genau wie Usain Bolt
Dr. Müller-Wohlfahrt soll Knieprobleme von David Storl lösen

Porträt: David Storl: Kugel-Koloss und Titel-Sammler
Porträt: David Storl: Kugel-Koloss und Titel-Sammler FOTO: dpa, Bernd Thissen
Brüssel . Die Form ist weg, die Knieschmerzen sind immer noch da: David Storl ist nach seinem vierten Platz in Brüssel endgültig urlaubsreif. Der frühere Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt soll nun klären, wie es mit dem Kugelstoß-Star weitergeht.

Bei belgischem Bier aus Plastikbechern stießen David Storl und sein Kumpel Tomasz Majewski auf die Saison an, der Kugelstoß-Vizeweltmeister holte sich noch ein paar Tipps von Polens Olympiasieger. Für Storls größtes Problem gab es aber auch an der Getränkebude vor dem Brüsseler König-Baudouin-Stadion keine Patentlösung: Ein Jahr vor Olympia bremsen die verflixten Knie-Probleme die deutsche Gold-Hoffnung weiter aus.

"Ich quäle mich seit einem Jahr mit den Schmerzen. Die OP vergangenes Jahr war kein Erfolg", sagte der 25-Jährige, nachdem er beim Diamond-League-Finale mit mäßigen 21,09 m Platz vier belegt und damit den Kampf um den 40.000-Dollar-Jackpot gegen seinen US-Rivalen Joe Kovacs verloren hatte.

Mehr als der entgangene Geldsegen macht dem zweimalige Weltmeister Storl die chronisch entzündete Patellasehne zu schaffen. Seine Tournee durch die Ärztezimmer der Nation setzt der Leipziger - nach seinem letzten Saisonstart am Sonntag in Bad Köstritz - deshalb nun bei Deutschlands Sport-Doc Nummer eins fort.

Müller-Wohlfarth entscheidet über Olympia-Teilnahme

"Dienstag gönne ich mir einen Besuch bei Dr. Müller-Wohlfarth in München", sagte Storl. Der frühere Bayern-Arzt genießt auch bei Leichtathleten einen hervorragenden Ruf, unter anderem brachte er den dauerlädierten Superstar Usain Bolt in diesem Sommer zurück in die WM-Spur: "Er ist der beste Arzt auf der Welt", sagte Bolt.

Davon will auch Storl profitieren, von "Mulls" Urteil macht er seine Planung in Richtung Olympia abhängig. "Ich muss schauen, was jetzt bei ihm herumkommt. Wenn alles auskuriert ist und es heißt, es kann wieder losgehen, erst dann fange ich wieder an", sagte Storl.

In Brüssel war Storl einmal mehr sichtlich davon genervt, dass er wegen seines Knies sein Riesenpotenzial nicht abrufen konnte. Ein fitter Storl hätte Tagessieger Tom Walsh (Neuseeland/21,39) locker in die Tasche gesteckt. Kovacs, der Storls WM-Hattrick in Peking verhindert hatte, reichten auf Platz drei 21,35 zum Sieg im Diamond Race.

Erst Arztbesuch, dann ab in den Urlaub

Im enorm ehrgeizigen Sachsen brodelt es heftig: Im Training kann Storl nicht an die Grenzen gehen, das Knie erlaubt die nötigen schweren Kraftübungen nicht. Im Wettkampf muss er seit fast zwei Jahren auf die deutlich vorteilhaftere Technik des Umspringens verzichten - auch die ist mit entzündeter Sehne nicht drin. Dass Storl dennoch seine Bestleistung in diesem Jahr auf 22,20 m steigern konnte, zeigt sein Riesenpotenzial.

"Ich werde alles daran setzen, wieder alles machen zu können - selbst wenn die Hallensaison ausfällt. Olympia ist wichtiger", sagt Storl. Zunächst ist aber Erholung das Wichtigste: "Ich wär schon lieber direkt nach Peking in Urlaub gefahren. Nach dem Besuch bei Müller-Wohlfahrt geht es jetzt aber in Ferien - Wien, Südtirol, Ostsee." Und vielleicht schon mit guten Nachrichten des Docs im Gepäck.

(sid)
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