| 18.17 Uhr

3000-m-Hindernis
Krause läuft mit beeindruckender Dominanz zu EM-Gold

Bilder: Krause krönt sich zur Königin über 3000 m Hindernis
Bilder: Krause krönt sich zur Königin über 3000 m Hindernis FOTO: dpa, mkx fdt
Amsterdam . Gesa-Felicitas Krause schnaufte nach ihrem beeindruckenden Goldlauf nur kurz durch, dann genoss die 23-Jährige aus Frankfurt ihren ersten ganz großen Triumph in vollen Zügen.

Die frischgebackene Europameisterin über 3000-m-Hindernis lachte, jubelte - und ließ sich mit der deutschen Fahne über den Schultern auf ihrer Ehrenrunde feiern.

Mit persönlicher Bestzeit von 9:18,85 Minuten ließ sie in Amsterdam Luiza Gega (Albanien/9:28,52) und der Türkin Özlem Kaya (9:35,05) keine Chance. Nach WM-Bronze 2015 nun EM-Gold. "Das Rennen lief wie geplant, mit der Zeit bin ich zufrieden. Mit einer Bestzeit kann man nicht meckern", sagte Krause im ZDF: "Ich dachte, die anderen machen mehr Druck, so bin ich die ganze Zeit vorne gelaufen."

31 Hundertstelsekunden fehlen zum deutschen Rekord

"Ich möchte mit einer Medaille nach Hause fahren", hatte die Hessin schon nach der souveränen Qualifikation erklärt. Und Wort gehalten. Souverän und äußerst dominant hatte sie fast das gesamte Finale geführt und sich schließlich am vorletzten Wassergraben abgesetzt. Im Ziel fehlten nur 31 Hundertstelsekunden zum deutschen Rekord von Antje Möldner-Schmidt, die vor zwei Jahren gewonnen hatte.

Und bei Olympia soll es auch zu einer Medaille reichen. "Ich bin ungefähr bei 90 Prozent", sagte Krause, die vor Rio noch einmal knapp drei Wochen Höhentrainingslager absolvieren wird. "Das ist jetzt das Ziel, dass ich noch ein paar Prozent draufpacken kann."

Insgesamt fünf Monate wird sie dann in der Höhe für ihr großes Ziel trainiert haben. Getrennt von der Familie. "Ich komme schon immer gerne wieder nach Hause", sagte sie - doch muss sie darauf für den ganz großen Traum im Olympiajahr oft verzichten.

"Ich habe jetzt eine Medaille bei Weltmeisterschaften gewonnen, eine Medaille bei Olympia ist der nächsthöhere Schritt", betonte sie: "Langfristig irgendwann einmal ganz oben auf dem Treppchen bei einer WM oder Olympia stehen zu können", hat sie längst angepeilt. Aber: "Das wird ein langer, steiniger Weg."

Favoritenrolle als Druck und Ansporn

Bei der EM war Krause mit der besten Vorleistung aller Teilnehmerinnen allerdings schon als Favoritin angereist. Druck und Ansporn zugleich sei dies gewesen. Sie hielt den Erwartungen stand, zumal sie wieder auf ihre gute Hindernistechnik vertrauen konnte.

"Es ist schon von Vorteil, wenn man eine gute Technik hat. Das ist schon ein Talent, dass ich mit in die Sportart gebracht habe. Da kann ich ein paar Meter rauslaufen, da kann man ein paar Kräfte sparen", sagte sie.

Bereits bei ihrem WM-Coup in Peking hatte die Sportsoldatin davon profitiert. In China war sie völlig überraschend zur Medaille gestürmt und lag dabei kurz vor dem Ziel sogar in Führung. Zwar reichte es damals nicht zum Sieg, dennoch holte sie in Peking die erste Laufmedaille im Einzel für den DLV bei einer WM seit Ingo Schulz über 400 m 2001 in Edmonton.

(sid)
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