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+++ Leichtathletik-WM im Telegramm +++
Ennis-Hill meldet sich nach Babypause eindrucksvoll zurück

Jessica Ennis-Hill meldet sich nach Babypause eindrucksvoll zurück
Jessica Ennis-Hill ist Weltmeisterin im Siebenkampf. FOTO: afp, dd/tlr/dan
Peking. In Peking laufen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Wir berichten in unserem Telegramm über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

+++ Bolt wieder Weltmeister über 100 Meter +++

Usain Bolt ist und bleibt der schnellste Mann der Welt. Der Supersprinter aus Jamaika gewann das spannungsgeladene Finale bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking in der Superzeit von 9,79 Sekunden vor seinem US-Rivalen Justin Gatlin. Der dominierende Sprinter dieser Saison musste sich am Sonntag allerdings nur um eine Hundertstel geschlagen geben.

Weltmeister Bolt errang nach 2009 und 2013 seinen dritten Titel in der prestigeträchtigsten Disziplin und feierte seine insgesamt neunte WM-Goldmedaille. Bronze gewann vor 55.000 Zuschauern im Nationalstadion der Kanadier Andre de Grasse in 9,92 Sekunden.

Fotos: Bolt sprintet zu Gold FOTO: afp, dd/tlr/dan

+++ Dibaba rennt ohne Probleme ins Finale +++

Top-Favoritin Genzebe Dibaba (Äthiopien) ist bei der Leichtathletik-WM in Peking locker ins Finale über 1500 m (Dienstag, 14.35 Uhr/ARD) eingezogen. Die 24-Jährige setzte sich in ihrem Halbfinale als Erste mit 4:06,74 Minuten durch. Titelverteidigerin Abeba Aregawi aus Schweden, die zuletzt mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, gab sich ebenfalls keine Blöße (4:15,90). Auch Europameisterin Sifan Hassan aus den Niederlanden (4:15,38) steht im Endlauf.

Dibaba hatte im Juli den 22 Jahre alten Weltrekord über 1500 m auf 3:50,07 Minuten gedrückt. In Peking will sie auch über 5000 m noch den Titel holen. Eine deutsche Läuferin war in China auf dieser Strecke nicht am Start.

+++ Rudisha erreicht Finale über 800 m souverän +++

Fotos: Storl holt Silber im Kugelstoßen FOTO: afp, dd/tlr/dan

Top-Favorit David Rudisha ist bei der Leichtathletik-WM in Peking locker ins Finale über 800 m (Dienstag, 14.55 Uhr/ARD) eingezogen. Der Kenianer gewann sein Halbfinale ungefährdet in 1:47,70 Minuten. Der Jahres-Weltbeste Amel Tuka (1:42,51) aus Bosnien legte mit 1:44,84 Minuten die beste aller Zeiten im Halbfinale hin. Titelverteidiger Mohamed Aman aus Äthiopien kam als Dritter seines Laufes (1:45,01) nur über die Zeitregel weiter.

Weltrekordler Rudisha hatte die WM in Moskau vor zwei Jahren wegen einer Knieverletzung verpasst und will nach Daegu 2011 in Peking seinen zweiten Titel holen. Robin Schembera (Leverkusen) war am Samstag im Vorlauf gescheitert.

+++ Storl muss sich mit Silber begnügen +++

Kugelstoßer David Storl hat sein drittes WM-Gold nacheinander verpasst. Der 25-jährige Leipziger gewann bei den Leichtathletik-Titelkämpfen am Sonntag in Peking mit 21,74 Metern jedoch Silber. Weltmeister wurde erstmals sein amerikanischer Rivale Joe Kovacs mit 21,93 Metern. In einem packenden Finale belegte der Jamaikaner O'Dayne Richards mit 21,69 Metern Rang drei. Der Schweizer Werner Günthör und John Godina aus den USA bleiben die beiden einzigen Kugelstoßer, die dreimal Weltmeister wurden.

+++ Ennis-Hill siegt nach Babypause +++

Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill aus Großbritannien hat nach ihrer Babypause ein traumhaftes Comeback gefeiert und bei der Leichtathletik-WM in Peking überraschend Gold im Siebenkampf gewonnen.

Ein Jahr nach der Geburt von Sohn Reggie setzte sich die 29-Jährige mit 6669 Punkten gegen Top-Favoritin Brianne Theisen-Eaton aus Kanada (6554 Punkte) durch. Bronze holte die Lettin Laura Ikauniece-Admidina (6516). Als beste Deutsche kam Claudia Rath (Frankfurt) nach einem starken zweiten Tag mit 6441 Zählern auf Rang fünf. Die WM-Vierte von 2013 blieb nur 21 Punkte unter ihrer Bestleistung. Jennifer Oeser zeigte nach ihrer Verletzungs- und Babypause eine solide Vorstellung. Die frühere Vize-Weltmeisterin aus Leverkusen konnte bei ihrer Rückkehr auf die große Bühne mit Saisonbestleistung von 6308 Punkten und Platz zehn zufrieden sein.

Für Carolin Schäfer (Friedrichstein) war der Traum von einer Medaille schon früh geplatzt. Die mit großen Hoffnungen nach China gereiste Nummer zwei der Welt blieb im Weitsprung ohne gültigen Versuch. "Ich habe mich noch nie in einem so großen Stadion so einsam gefühlt", sagte sie der ARD. Im Februar war ihr Freund tödlich verunglückt.

+++ Fajdek wirft den Hammer am weitesten +++

Topfavorit Pawel Fajdek aus Polen hat bei der Leichtathletik-WM in Peking seinen Hammerwurf-Titel erfolgreich verteidigt. Der 26 Jahre alte Jahres-Weltbeste setzte sich im Finale mit 80,88 m vor Asienmeister Dilschod Nasarow (Tadschikistan/78,55) sowie seinem weitengleichen Landsmann Wojciech Nowicki (78,55) durch. Der Olympiasieger und Europameister Krisztian Pars (Ungarn/77,32) wurde Vierter. Der Russe Sergej Litwinow, in der Qualifikation noch mit der drittbesten Weite, kam mit 77,24 m auf Platz fünf. Litwinow, Sohn des gleichnamigen zweimaligen Weltmeisters, war von 2008 bis 2010 international für Deutschland im Einsatz. 2009 bei der WM in Berlin kam er auf Platz fünf und gewann im gleichen Jahr den deutschen Meistertitel.

+++ Bolt stolpert, Gatlin souverän, Reus raus +++

Usain Bolt (Jamaika) hat den letzten Schlagabtausch vor dem großen Finale über 100 m (15.15 Uhr/ARD) bei der Leichtathletik-WM in Peking gegen seinen Rivalen Justin Gatlin aus den USA klar verloren. Bolt stolperte zu Beginn seines Halbfinales, fiel sogar fast hin - trotzdem gewann der 29-Jährige seinen Lauf noch in 9,96 Sekunden. Gatlin lieferte danach eine deutlich souveränere Vorstellung ab. Der 33-Jährige machte bei seinen 9,77 einen lockeren Eindruck. Für den deutschen Rekordhalter Julian Reus (Wattenscheid) war nach Platz acht im Lauf mit Bolt und 10,28 Sekunden wie erwartet Endstation. Sven Knipphals (Wolfsburg) war im Vorlauf gescheitert.

+++ Storl erreicht WM-Finale der Kugelstoßer in Peking +++

Der Chemnitzer Kugelstoßer David Storl hat den ersten Schritt zu einer erfolgreichen Titelverteidigung bei der Leichtathletik-WM in Peking getan. Ohne Mühe überstand der 25-jährige Weltmeister von 2011 und 2013 vom SC DHfK Leipzig am Sonntag im ersten Versuch mit 21,26 Meter die geforderte Weite (20,65 Meter), um in das Finale der besten zwölf Werfer einzuziehen. Sein vermeintlich größter Rivale um Kampf um die WM-Goldmedaille, Joe Kovacs aus den USA, brachte zwei Versuche zum Finaleinzug: Nach 20,28 Meter flog die Kugel auf 21,36 Meter. Der Amerikaner ist mit 22,56 Meter Weltjahresbester. Storl hatte in diesem Jahr mit 22,20 Meter erstmals in seiner Karriere die 22-Meter-Marke übertroffen.

+++ Deutsche Sprinterinnen scheiden im Vorlauf aus +++

Die deutschen Sprinterinnen um Ex-Europameisterin Verena Sailer sind bei der Leichtathletik-WM in Peking im Vorlauf ausgeschieden. Sailer (29), die im Vorfeld der Titelkämpfe mit muskulären Problemen zu kämpfen gehabt hatte, kam in ihrem Rennen nicht über Platz fünf und 11,41 Sekunden hinaus. Auch Rebekka Haase und Gina Lückenkemper scheiterten trotz guter Leistungen.

"Ich kann es mir selbst nicht erklären, ich habe mich eigentlich ganz gut gefühlt", sagte Sailer (Mannheim), die nie in ihr Rennen fand, allerdings auch mit Gegenwind (1,3 m/s) zu kämpfen hatte. Sailer hätte für den Einzug ins Halbfinale am Montag (13.40 Uhr MESZ/Finale 15.30 Uhr) unter die besten Drei kommen müssen. Sailer war bei der WM 2013 in Moskau im Halbfinale ausgeschieden, als letzte Deutsche hatte es Melanie Paschke 1997 in Athen ins Finale geschafft (Platz sechs). Lediglich ein Hauch fehlte U23-Europameisterin Haase (LV Erzgebirge) zur Teilnahme an der nächsten Runde. In ihrem Vorlauf wurde die 22-Jährige in 11,29 Sekunden Fünfte hinter der zeitgleichen Zyprerin Ramona Papaioannou, die als letzte über die Zeitregel in die Vorschlussrunde einzog. "Ich hatte nicht mit dem Halbfinale gerechnet, daher bin ich nicht allzu traurig", sagte Haase: "Allerdings war mein Lauf nicht so toll."

Lückenkemper (18/Soest) verkaufte sich bei ihrem WM-Debüt teuer. Die U20-Europameisterin belegte in einem starken Lauf mit der Vorlaufschnellsten Tori Bowie (USA/10,88) und der Ex-Weltmeisterin Veronica Campbell-Brown (Jamaika/11,04) in 11,34 Sekunden den vierten Platz. "Der Start war nicht gut. Aber es ist toll, hier dabei gewesen zu sein", sagte Lückenkemper.

+++ Siebenkampf: Schäfer raus, Rath fällt zurück, Ennis-Hill führt +++

Jessica Ennis-Hill greift nach ihrer Babypause wieder nach Gold, für Claudia Rath liegt eine Medaille im Siebenkampf bei der WM in Peking dagegen fast schon außer Reichweite. Die WM-Vierte von 2013 aus Frankfurt fiel nach 41,31 m im Speerwurf vor den abschließenden 800 m (13.40 Uhr) mit 5471 Punkten auf Platz neun zurück. Rath gilt zwar als starke Läuferin, der Rückstand auf Bronze von 141 Zählern dürfte aber zu groß sein.

Für Carolin Schäfer (Friedrichstein) war der Traum von einer Medaille schon früh am Sonntag geplatzt. Die mit großen Hoffnungen nach China gereiste Nummer zwei der Welt blieb im Weitsprung ohne gültigen Versuch. "Ich habe mich noch nie in einem so großen Stadion so einsam gefühlt", sagte sie der ARD. Im Februar war ihr Freund tödlich verunglückt. Olympiasiegerin Ennis-Hill (Großbritannien) liefert ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Reggie weiter eine furiose Vorstellung ab und führt das Feld mit 5706 Zählern deutlich an.

Top-Favoritin Brianne Theisen-Eaton (5612/Kanada) liegt auf Rang drei knapp hinter der Niederländerin Nadine Broersen (5620). Jennifer Oeser zeigt nach ihrer Verletzungs- und Babypause eine solide Vorstellung. Die frühere Vize-Weltmeisterin aus Leverkusen liegt bei ihrem Comeback auf der großen Bühne mit 5400 Zählern derzeit auf Platz 13.

+++ Geher Lopez holt Gold über 20 km - deutsches Trio abgeschlagen +++

Geher-Europameister Miguel Angel Lopez aus Spanien hat sich in Peking auch den WM-Titel über 20 km gesichert und den Gastgebern die ersehnte Gold-Party verdorben. Der 27 Jahre alte Lopez setzte sich nach 1:19:14 Stunden vor Wang Zhen (1:19:29) durch, der Chinas ersten Sieg beim Heimspiel verpasste. Dritter wurde der Kanadier Benjamin Thorne (1:19:57). Als bester Deutscher kam der Potsdamer Hagen Pohle nicht über Platz 19 (1:22:59) hinaus, sein Vereinskollege Nils Brembach (1:25:21) belegte den 35. Rang. Christopher Linke (ebenfalls Potsdam), 2013 in Moskau noch starker Neunter, erwischte einen rabenschwarzen Tag und wurde 39. (1:26:10).

(RPO/dpa/sid)
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