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Diskus-Olympiasieger
Kranker Christoph Harting muss ISTAF-Start absagen

Bilder: Christoph Harting tanzt bei der Siegerehrung
Bilder: Christoph Harting tanzt bei der Siegerehrung FOTO: dpa, gh
Berlin. Im Wohnzimmer von Robert Harting dürfte es am Samstag voll werden. Das 75. ISTAF wird zum Schaulaufen vieler Olympiasieger und Europameister. Schade nur: Christoph Harting ist krank – das Bruderduell fällt aus. Speerwerfer Thomas Röhler feiert Premiere.

Olympia light in Berlin: Obwohl das mit Spannung erwartete Diskus-Duell der Harting-Brüder ausfällt, werden den Fans beim 75. ISTAF Leichtathletik-Leckerbissen non stop serviert. Sieben Rio-Olympiasieger und zehn Europameister von Amsterdam sollen der 280-Minuten-Gala am Samstag besonderen Glanz verleihen. Zwei Wochen nach den Sommerspielen am Zuckerhut will Publikumsliebling Robert Harting seinen Olympia-Frust vergessen, Bruder Christoph ist krank und kann deshalb nur als Zuschauer ins Olympiastadion kommen. Speerwerfer Thomas Röhler will zum Saisonschluss noch einmal glänzen, Kollegin Christina Obergföll sagt tschüss.

Bis zuletzt auf seinen Start gehofft hatte Olympiasieger Christoph Harting, der 26 Jahre alte Berliner kann wegen eines fiebrigen Infekts jedoch nicht vor seinem Heimpublikum antreten. "Es tut mir unendlich leid für Christoph. Er wollte unbedingt starten. Es ging ihm schon in der vergangenen Woche nicht gut", sagte Meeting-Direktor Martin Seeber am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Er möchte aber unbedingt ins Olympiastadion kommen und sich an die Zuschauer wenden", kündigte Seeber an.

Robert Harting will sich von seinen Fans im letzten Wettkampf einer harten Saison ordentlich verabschieden. In Rio war der London-Olympiasieger mit einem Hexenschuss schon in der Qualifikation hängengeblieben. Viel rechnet sich der 31-Jährige nun nicht mehr aus.
"Für Samstag gibt's nichts zu holen. Es wird sehr schwer. Man kann sich nicht selbst anlügen", sagte der dreimalige Diskus-Weltmeister der dpa. "Die Schritte sind schwerer, sie fallen nicht mehr leicht." Die Luft ist raus, dennoch freut sich der Publikumsliebling auf das ISTAF: "Ich werde meinen letzten Wettkampf dieses Jahr genießen." Messen muss sich er im Ring mit dem olympischen Silbermedaillen-Gewinner Piotr Malachowski aus Polen und dem Überraschungs-Dritten Daniel Jasinski aus Wattenscheid.

Röhler feiert Premiere in Berlin

Für Speerwurf-Olympiasieger Röhler ist das ISTAF eine Premiere, für Caster Semenya ein Comeback: Die 800-Meter-Olympiasiegerin kommt im erfolgreichsten Jahr ihrer Karriere ins Olympiastadion zurück. In Berlin wurde die Südafrikanerin 2009 überraschend Weltmeisterin. In den Jubel der erhofften rund 50 000 Zuschauer dürfte sich diesmal auch etwas Wehmut mischen: Deutschlands Speerwurf-Ass Christina Obergföll hört nach ihrem allerletzten Wettkampf auf.

Den Männer-Speerwurf haben die Organisatoren nach Röhlers Gold-Coup extra ins Programm gehoben. Und der Olympiasieger freut sich auf seine Premiere. "Das ist mein erstes ISTAF - und das ist wirklich schon etwas ganz Besonderes", sagte der Thüringer. "Jeder kennt den Stellenwert des ISTAF, den erkennt man allein daran, dass die Veranstaltung im Fernsehen übertragen wird." Zum letzten Mal war Röhler vor acht Jahren im Olympiastadion: als U-18-Dreispringer.

Zum Saisonschluss wird der Jenaer sogar noch zum Reise-Weltmeister: Am Donnerstagabend verpasste Röhler beim Diamond-League-Meeting in Zürich seinen zweiten Gesamtsieg nach 2014 nur knapp. Am Freitag stand der 24-Jährige beim Werfertag im sächsischen Thum schon wieder auf der Startliste. Und 24 Stunden später will er auch in Berlin mit seinen Fans die Goldmedaille feiern - als Sieger.

(dpa)
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