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Laureus-Award für Ironman
Jan Frodeno – an der Bar gegen "All Blacks" ohne Chance

Frodeno posiert mit seinem "Sport-Oscar"
Frodeno posiert mit seinem "Sport-Oscar" FOTO: dpa, car fpt
Berlin. Jan Frodenos Wahl zum "Action-Sportler des Jahres" stellte bei der Laureus-Gala in Berlin aus Sicht der Gastgeber den Höhepunkt dar.

Nach seiner umjubelten Wahl zum "Action-Sportler des Jahres" gab sich Ironman-Weltmeister Jan Frodeno auf der Laureus-Gala in Berlin keinen Illusionen hin. "An der Bar werde ich wohl heute keine Rekorde aufstellen, nachdem Neuseelands Rugbyspieler zur besten Mannschaft gewählt wurden", scherzte der "Eisenmann" über die "All Blacks".

"Das ist ein grandioser Moment"

Der Triathlet war sichtlich happy über seine erste Laureus-Auszeichnung und freute sich wie ein kleines Kind. "Das ist ein grandioser Moment. Ich will diese Statue gar nicht mehr hergeben und werde sie im Flieger gut bewachen", kündigte der gebürtige Kölner an.

Das hätte auch der frühere Formel-1-Weltmeister Niki Lauda tun sollen, der im Trubel der Gala seine Laureus-Trophäe für das Lebenswerk aber verlor. "Sie ist futsch", lautete der kurze Kommentar des heutigen Aufsichtsratschefs des Formel-1-Teams von Mercedes.

Stolz wie Oscar

Das konnte Frodeno nicht passieren. Der 34-Jährige hielt seinen Preis fest in beiden Händen und war stolz wie Oscar. "Die Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres war schon eine große Sache. Das hier ist das Äquivalent auf internationaler Ebene", sagte Frodeno. Der Laureus-Preis gilt als bedeutendste Auszeichnung im internationalen Sport-Kalender und wird seit 2000 alljährlich in mehreren Kategorien vergeben.

Bewertet wurden von einer gut 50-köpfigen Jury früherer Sport-Ikonen die Leistungen der Athleten im Jahr 2015. Und da hatte Frodeno wahrlich Sport-Geschichte geschrieben. Als erster Triathlet gewann er nach einem Olympiasieg (2008 in Peking) auch den WM-Titel - und das ausgerechnet im Triathlon-Mekka auf Hawaii. Dabei ging es etwas unter, dass Frodeno in Frankfurt auch Ironman-Europameister wurde.

"Es gibt noch viele Herausforderungen für mich"

Als Ruhekissen wollte der Preisträger seine Auszeichnung allerdings nicht verstehen. "Es gibt noch viele Herausforderungen für mich. Ich möchte gerne den schnellen Triathlon in Roth gewinnen oder meinen WM-Titel auf Hawaii erfolgreich verteidigen", verriet der 1,94 m große Modellathlet.

Für Schmunzeln sorgte der Wahl-Spanier am späten Abend mit einem Bekenntnis, dass er als Kind im Sport "eine absolute Pfeife" gewesen sei. Erst die Sorge seiner Mutter vor den Ausflügen des kleinen Jan ins Meer vor Kapstadt, wo Frodeno aufwuchs, sorgte dafür, dass das Kind Mitglied eines Schwimmvereins wurde. Der erste Schritt zur Weltkarriere war getan.

 "Laureus Spirit of Sport Award" für Johann Cruyff

Ein weiteres emotionales Highlight der Gala im Palais unterm Funkturm stellte die posthume Auszeichnung für den im März verstorbenen niederländischen Fußball-Star Johan Cruyff dar. Der Vize-Weltmeister von 1974, der einem Krebsleiden erlag, wurde mit dem "Laureus Spirit of Sport Award" ausgezeichnet.

"Ich wollte eigentlich mit meinem Vater zusammen hier auf der Bühne stehen, doch jetzt nehme ich den Preis alleine entgegen", sagte Cruyffs Sohn Jordi, den Tränen nahe. Auch Laudator Ruud Gullit, Europameister von 1988, konnte seine Tränen nicht mehr unterdrücken.

Tennis-Star Novak Djokovic, der zum dritten Mal nach 2012 und 2015 zum "Laureus-Weltsportler des Jahres" gewählt wurde, widmete seinen Preis Cruyff und Lauda. "Das waren Personen, die mich inspiriert haben", verriet der Weltranglistenerste. Auch bei den Frauen wurde in Serena Williams ein Tennis-Ass Weltsportlerin. Zur Mannschaft des Jahres wurden die "All Blacks" aus Neuseeland gekürt, die im Anschluss an der Bar ja noch einiges vorhatten.

(spol/sid)
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