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Leichtathletik-DM
Pinto schnellste Deutsche seit Katrin Krabbe

Leichtathletik-DM 2018: Tatjana Pinto schnellste Deutsche seit Katrin Krabbe
Tatjana Pinto. FOTO: dpa, bt
Dortmund. Tatjana Pinto hat bei der Hallen-DM in Dortmund mit der besten Zeit über 60 m seit Katrin Krabbe ein Ausrufezeichen gesetzt. Auch dank Hilfe aus der Sprinternation Jamaika.

Tatjana Pinto lernte im Heimatland von Usain Bolt von den besten Sprinterinnen der Welt - nach ihrem Traumlauf in Dortmund ist die 25-Jährige auf dem besten Weg, selbst dazuzugehören. Mit einer Portion jamaikanischer Lockerheit lief die 25-Jährige bei der Hallen-DM über die 60 Meter in 7,06 Sekunden ins Ziel - und kam danach aus dem Strahlen nicht mehr heraus. "Damit habe ich nicht gerechnet", sagte sie völlig überwältigt.

Als Pinto im Ziel die Zeit auf der Anzeigetafel sah, fehlten ihr zunächst die Worte. Doch seit Samstagabend darf sich die Paderbornerin als drittschnellste deutsche Hallensprinterin der Geschichte bezeichnen. Lediglich die DDR-Athletinnen Marita Koch und Silke Möller (je 7,04) waren in der Hochzeit des Anabolika-Dopings schneller, die später überführte Ex-Weltmeisterin Katrin Krabbe lief 1991 ebenfalls 7,06. Am Sonntag kam dann noch der Titel über die 200 m dazu. Auch in persönlicher Bestzeit.

Beinahe hätte sich über 60 m Pinto sogar auf Platz eins der Weltjahresbestenliste vorgeschoben, doch fast zeitgleich verbesserte Mujinga Kambundji bei den Schweizer Meisterschaften ihre Bestleistung auf 7,03. So oder so: Die Hoffnungen auf eine Medaille bei der Hallen-WM in Birmingham (1. bis 4. März) sind gestiegen. "Das war ein gutes Ding in Richtung Birmingham. "Ich freue mich auf die Konkurrenz, da habe ich echt Bock drauf", sagte Pinto.

Eine Einstellung, die sie auch aus ihrem dreiwöchigen Trainingslager in Jamaika mitnahm. In Kingston trainierte sie bei Sprint-Guru Stephen Francis, unter anderem Trainer der Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson, im nicht weniger sagenumwobenen MVP Track and Field Club. "Die Lockerheit und den Spaß habe ich mitgenommen. Und die Wettkampfsituation. Dass man locker bleibt, egal, wer neben einem sitzt", sagte Pinto: "Es geht darum, hart zu arbeiten und sich in der Gruppe durchzusetzen."

Während andere deutsche Athleten in dieser Saison vor allem die Freiluft-EM im August in Berlin im Blick haben, will sich die Studentin der Sozialen Arbeit nicht alleine darauf konzentrieren. Sondern in der Halle Wettkampfpraxis sammeln.

"Ich bin mit dem Kopf voll bei der Hallensaison. Ich beschäftige mich noch nicht mit der EM, die ist erst im August. So lange kann ich mich nicht fokussieren." Die Ziele für den Sommer sind ohnehin klar: "Meine Bestzeit liegt bei elf Sekunden. Am besten darunter bleiben", betonte sie. Im vergangenen Jahr blieb sie bereits unter der Schallmauer, allerdings mit zu viel Rückenwind. Ein weiterer Traum: Natürlich am liebsten eine EM-Medaille vor heimischen Publikum. Dies wäre "schon cool", so Pinto.

"Das war ein sehr runder, perfekter Lauf. Sie ist super locker gelaufen", sagte Idriss Gonschinska, Leitender Direktor Sport des DLV: "Sie hat die Fähigkeiten, fantastisch zu beschleunigen und kann auch hohe Maximalgeschwindigkeiten laufen." Zudem wichtig: "Harte Rennen gegen internationale Konkurrenz."

So wie bei der Hallen-WM. "Ich möchte mich mit den Besten messen. Die Weltspitze wird in Birmingham am Start sein, da möchte ich mich herantasten", sagte Pinto: "Und im Moment sieht das ja ganz gut aus."

(sid)
 
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