| 17.41 Uhr

Russischer Doping-Skandal
Leichtathleten protestieren: Kollektivstrafe "unfair"

Leichtathletik: Russische Sportler wehren sich gegen Doping-Sperre
Jelena Issinbajewa und andere russische Leichtathleten haben dem Weltverband einen Brief geschrieben und die Kollektivstrafe kritisiert. FOTO: dpa, sc hm
Moskau. Aus Protest gegen ihre internationale Suspendierung im Dopingskandal haben sich russische Leichtathleten mit einer Erklärung an den Weltverband (IAAF) gewandt.

Trotz des betrügerischen Handelns anderer Sportler dürfe ihnen der Verband den Traum vom Olympia 2016 in Rio de Janeiro nicht nehmen, heißt es in dem am Montag in Moskau veröffentlichten Schreiben. Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa nannte den vorläufigen Ausschluss Russlands "unfair".

"Warum sollten saubere Athleten wegen der Fehler anderer Sportler leiden? Die IAAF sollte objektiv sein und jeden Fall einzeln betrachten", sagte Issinbajewa. Ein möglicher Start von ihr unter olympischer Flagge bei den Spielen in Brasilien sei unsicher. "So etwas wird zwar diskutiert, aber bisher weiß niemand etwas Genaues."

Die zweimalige Olympiasiegerin schloss eine Bewerbung um den Chefposten des krisengeschüttelten russischen Leichtathletikverbands nicht aus. "Nach den Spielen in Rio schaue ich mir alle Möglichkeiten an, die sich bieten", sagte die 33-Jährige. Issinbajewa war von Sportminister Witali Mutko als Reformerin ins Spiel gebracht worden.

Die IAAF wirft Russland massives Doping vor und hat Leichtathleten aus dem Land vorläufig für alle internationale Wettbewerbe gesperrt. Moskau weist die Anschuldigen zurück, räumt aber Probleme ein.

(dpa)
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