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Korruptionsskandal in der Leichtathletik
Bargeld-Umschläge setzen IAAF-Präsident Coe unter Druck

Leichtathletik-Skandal: Sebastien Coe gerät immer mehr unter Druck
IAAF-Präsident Sebastien Coe gerät mehr und mehr unter Druck. FOTO: dpa, bl hm nic
London. IAAF-Präsident Sebastian Coe (59) gerät im Korruptionssumpf des Leichtathletik-Weltverbandes zunehmend in Bedrängnis. Der zweimalige 1500-m-Olympiasieger soll im November 2011 in Monaco am Rande der WM-Vergabe für 2017 Vertreter der Bewerbung Londons erzählt haben, Unterhändler des Konkurrenten aus Katar würden braune Umschläge voller Bargeld verteilen. Dies berichtete die englische Zeitung "Daily Mail" und behauptete, für das Gespräch gebe es zwei Zeugen.

Coe hatte zuletzt immer wieder bestritten, frühzeitig von Korruption in der IAAF gewusst zu haben und ließ über einen Sprecher ausrichten, er habe "keine Kenntnis von Bestechungsgeldern, die angeboten oder empfangen" wurden. Coe war zum Zeitpunkt der Vergabe Vizepräsident der IAAF, sein Vorgänger Lamine Diack hatte während seiner Regentschaft ein Bestechungs- und Korruptionssystem aufgebaut. London erhielt 2011 mit 16:10 Stimmen den Zuschlag vor Katar.

Für 2019 erhielt die Hauptstadt des Wüstenemirates dann den Zuschlag – beide Bewerbungen werden von der IAAF-Ethikkammer untersucht. Die Entscheidung pro Katar aus dem Jahr 2014 wurde von Beginn an von Korruptionsvorwürfen begleitet. "Das Einzige, was sie dort haben, ist Geld", sagte Jose Maria Odriozola, Präsident des spanischen Verbandes damals, nachdem Barcelona bereits im ersten Wahlgang gescheitert war. Es habe sich "die mit Abstand schlechteste Kandidatur" durchgesetzt.

(seeg/sid)
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